Aktion Mensch will bessere Zugänge für Jugendliche zur Arbeitswelt
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Schülerinnen und Schüler mit Behinderung oder Förderbedarf können mit der Initiative "Wir machen‘s einfach" durch begleitete Praktika Erfahrungen in der Arbeitswelt sammeln.
Bonn (epd).

Mit einem Modellprojekt will die Aktion Mensch Jugendlichen mit Behinderung einen Zugang zur Arbeitswelt geben. Mit der Initiative „Wir machen‘s einfach“ können Schülerinnen und Schülern mit Behinderung oder Förderbedarf durch begleitete Praktika in Supermärkten praktische Erfahrung in der Arbeitswelt sammeln, erklärte die Aktion Mensch in Bonn. „Das Angebot schließt eine Lücke, denn viele dieser Jugendlichen haben sonst kaum die Möglichkeit, berufliche Praxiserfahrungen zu sammeln.“

Partner des Modellprojekts sind die Supermarktkette Rewe, der Inklusionsdienstleister ProjektRouter und der katholische Verband In Via. Die Erfahrungen aller Beteiligten sollten dazu beitragen, Angebote für den Übergang von der Schule in den Beruf weiterzuentwickeln und mehr Unternehmen für inklusive Praktika und Qualifizierungswege zu gewinnen, hieß es.

Weg in die Werkstatt oft „vorprogrammiert“

Für Schülerinnen und Schüler mit Behinderung seien die Hürden bei der Suche nach Praktika oft noch höher als ohnehin schon, sagte Christina Marx, Sprecherin der Aktion Mensch. Es gebe zu wenige Unterstützungsangebote, sodass die Zusammenarbeit häufig nicht zustande komme. Vielen Jugendlichen fehle dadurch die Möglichkeiten, Erfahrungen auf dem ersten Arbeitsmarkt zu sammeln und berufliche Perspektiven zu entdecken. „Für viele junge Menschen mit Behinderung oder Förderbedarf ist so der Weg von der Förderschule in die Werkstatt oft schon vorprogrammiert“, sagte Marx.

Bis Frühjahr 2027 seien in dem Modellprojekt bereits über 30 begleitete Praktika von Jugendlichen ab Klasse 9 aus Förder- und Regelschulen sowie Berufskollegs in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz geplant, hieß es. Dadurch sollen sie bessere Chancen bekommen, ihre beruflichen Stärken in der Praxis zu entdecken. Bei Erfolg soll die Initiative weitergeführt werden. Die Aktion Mensch finanziert nach eigenen Angaben die begleitenden Leistungen von ProjektRouter sowie In Via und unterstützt die Initiative mit fachlichem Wissen.