"Power-Paar der Avantgarde" in Moderner Galerie in Saarbrücken
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Die Moderne Galerie des Saarlandmuseums in Saarbrücken.
Saarbrücken (epd).

Die Moderne Galerie des Saarlandmuseums widmet ab dem 7. Februar der belgischen Malerin Marthe Donas (1885-1967) und dem ukrainischen Bildhauer Alexander Archipenko (1887-1964) eine Ausstellung. Die 120 ausgestellten Werke zeichneten eine „sehr konzentrierende, fruchtbare Zusammenarbeit“ und in welchen Avantgarde-Netzwerken die beiden sich bewegt hätten, erklärte die Direktorin des Saarlandmuseums, Lisa Felicitas Mattheis, in Saarbrücken. Die Schau „Marthe Donas & Alexander Archipenko - Power-Paar der Avantgarde“ ist bis zum 17. Mai zu sehen.

Die Ausstellung offenbare, wie „sich die wechselseitige Inspiration auf die je eigene Formensprache ausgewirkt hat“, betonte die Kuratorin Kathrin Elvers-Svamberk. Die beiden lernten sich 1917 an der Côte d'Azur kennen und wurden ein Paar, doch in den 1920er Jahren trennten sich ihre Wege zunehmend. Diesen Zeitraum bildet auch die Schau ab. Es geht etwa um Archipenkos „Skulpto-Malereien“, die in den Raum ragende Fragmente und Leerstellen zeigen, oder um Donas' „shaped paintings“, bei denen sich die Umrisse am Motiv orientieren. Das Paar habe in ihrem „höchst unkonventionellen Umgang mit Farbe, Form und Volumen“ neue Varianten kubistischer Bildkonzeption entwickelt, teilte die Stiftung Saarländischer Kulturbesitz mit.

Marthe Donas nannte sich Tour Donas

Elvers-Svamberk bezeichnete Donas als „vergessene Heldin der Moderne“, die eine „glänzende, wenngleich kurze Karriere“ gehabt habe. Um ernst genommen zu werden, habe sie das männliche Pseudonym „Tour Donas“ genutzt. Donas und Archipenko waren den Angaben zufolge maßgeblich am Wiederaufleben der Künstlergruppe „Section d'Or“ („Der goldene Schnitt“) beteiligt, die etwa in Frankreich, Belgien, den Niederlanden, der Schweiz und Italien ausstellte.

Die Schau unterteilt sich in Kapitel zur Begegnung der beiden, zur Côte d'Azur, zum Thema Tanz und Bewegung, sowie zu „Tour Donas“ und zur „Section d'Or“. Während die Moderne Galerie 34 Arbeiten von Archipenko aus dem eigenen Bestand zeigt, stammt ein weiteres Objekt aus dem Essener Museum Folkwang, wie die Kuratorin erläuterte. Die aus bemalten Gips bestehende Skulptur habe Archipenko Donas geschenkt. Sie habe diese bis zu ihrem Lebensende aufbewahrt. Die gesamte Ausstellung ist eine Kooperation zwischen dem Königlichen Museum der Schönen Künste Antwerpen und dem Saarlandmuseum.