In der Modernen Galerie des Saarlandmuseums geht es ab dem 7. November um die 1951 in Saarbrücken gestartete Ausstellungsreihe „subjektive fotografie“. „Es war von Anfang an international ausgerichtet“, sagte Kurator Roland Augustin in Saarbrücken. „Es hatte einen ziemlich großen Erfolg, es hatte einen Nerv getroffen.“ In vielen europäischen Ländern sei ähnlich fotografiert worden: weg von einem dienenden Geschäft der Fotografie hin zu einem gestaltenden und künstlerischen Verständnis. Die Schau „75 Jahre subjektive fotografie - Ein Neubeginn für Europa“ ist bis zum 14. Februar 2027 zu sehen.
Am 12. Juli 1951 richtete der Leiter der Saarbrücker Fotografie-Klasse, Otto Steinert (1915-1978), die erste Ausstellung „subjektive fotografie“ in der Staatlichen Schule für Kunst und Handwerk aus. Damals wurden laut Augustin 725 Fotografien gezeigt, die danach noch in anderen Städten wie Köln oder Rochester in den USA zu sehen waren. Die zweite Schau präsentierte ab 1954 in mehreren Ländern über 200 Fotografien und die dritte ab 1958 etwa 80 bis 100. Die internationale Ausrichtung stand der Stiftung Saarländischer Kulturbesitz zufolge für die Vision eines friedlichen und geeinten Europas sowie als Aushängeschild für den damals anvisierten Europastaat Saar.
Nur Werke aus Ausstellungen der „subjektiven fotografie“
In der Modernen Galerie sind nun laut Kurator August 100 Werke aus der eigenen Sammlung sowie 50 Leihgaben aus öffentlichen und privaten Sammlungen in Deutschland, Frankreich, Luxemburg und den Niederlanden zu sehen - darunter viele aus dem Essener Museum Folkwang. Präsentiert werden nur Werke, die auch in einer der früheren Ausstellungen vorgekommen sind. Zudem gibt es Dokumentarbilder, die zeigen, wie die Fotos damals ausgestellt wurden. Hinzu kommen Negative, Kataloge und Zeitschriften. Zu den gezeigten Fotografinnen und Fotografen zählen unter anderem Herbert Bayer, Monika von Boch, Henri Cartier-Bresson, Robert Doisneau, Bert Hardy oder Lucia Moholy.
Zum interaktiven Programm der Ausstellung gehört ein „Picture Hunt“, bei dem Besucherinnen und Besucher Aufgaben absolvieren und selbst mit dem Handy fotografieren müssen. Die Ergebnisse erscheinen auf einer Fotowand. Für ein weiteres Projekt schreiben sie drei Begriffe auf, die ihnen zu einem Foto einfallen.