Der Nachlass des Komikers Heinz Erhardt (1909-1979) kommt als Dauerleihgabe ins Haus der Geschichte in Bonn. Zu der Sammlung gehören unter anderem 19 Tagebücher, Briefe an seine Frau, Fotos und Erhardts Schreibmaschine, wie der „Spiegel“ in seiner aktuellen Ausgabe berichtet. Eine Präsentation für die Öffentlichkeit ist laut „Spiegel“ für 2029 denkbar. Dann jährt sich Erhardts Tod zum 50. Mal und sein Geburtstag zum 120. Mal.
In Bonn sollen die Objekte in den kommenden Monaten gesichtet, vermessen, fotografiert, digitalisiert und katalogisiert werden. Bislang war der Nachlass in einem Keller in Hamburg eingelagert. Möglich wurde die Überführung dem Bericht zufolge, nachdem Erhardts Erben einen jahrelangen Streit beigelegt hatten.
Bedeutung Erhardts für die deutsche Zeitgeschichte
Der Sammlungsdirektor des Hauses der Geschichte, Manfred Wichmann, begründete die Aufnahme des Nachlasses mit Erhardts Bedeutung für die deutsche Zeitgeschichte. Normalerweise nehme das Museum keine Nachlässe an, sagte er dem Magazin. Erhardt stehe jedoch „wie wenige andere Humoristen für einen übergreifenden Zeitraum in der deutschen Geschichte“. Seine Filme beruhten auf einer genauen Beobachtung der damaligen gesellschaftlichen Sitten und könnten dabei helfen, die Zeit zu verstehen. Zugleich sei Erhardt „genuin witzig“.
Erhardts Enkelin Nicola Tyszkiewicz bezeichnete ihren Großvater gegenüber dem „Spiegel“„ als Workaholic. “Er hatte panische Angst, nach seinem Tod vergessen zu werden", sagte sie. Dagegen habe er ohne Rücksicht auf seine Gesundheit angearbeitet.