Ausstellung zeigt Einfluss der Alten Meister auf Picassos Werk
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Böckstiegel-Museum
Werther (epd).

Rund 60 Lithografien und Linolschnitte von Pablo Picasso (1881-1973) sind ab Sonntag im Böckstiegel-Museum im westfälischen Werther zu sehen. Die Sonderausstellung „Wahlverwandtschaften - Picasso und die Alten Meister“ beleuchte, welche Inspiration der spanische Maler und Grafiker aus den Werken seiner künstlerischen Vorfahren zog, teilte das Museum am Freitag mit. Picasso, der zeitlebens die moderne Kunst mehrfach revolutionierte, habe immer wieder auf Themen und Motive mit langer Tradition zurückgegriffen. Die Ausstellung ist bis 30. August zu sehen.

Picassos Beschäftigung mit der europäischen Kunstgeschichte begann den Angaben zufolge während seiner Studienzeit in seinem Heimatland. An den Kunstakademien in Barcelona und Madrid zeichnete er nach Gipsabgüssen antiker Skulpturen und fertigte Gemäldekopien von Meisterwerken an. Später fanden die Alten Meister in Form von Variationen und Paraphrasen Eingang in Picassos eigene Bildsprache. Denn soweit er mit seinen kubistischen Formexperimenten auch ging, seien die Bezüge zu klassischen Porträts, Stillleben und Aktdarstellungen erkennbar, erklärte das Museum.

Künstlerisches Messen mit Cranach, El Greco, Rembrandt und Manet

Der spanische Ausnahmekünstler setzte sich mit den Werken von El Greco, Diego Velázquez und Francisco de Goya ebenso auseinander wie mit denen von Rembrandt van Rijn, Eugène Delacroix, Jean-Auguste-Dominique Ingres und Édouard Manet, wie es hieß. Auch die altdeutsche Malerei, insbesondere die Malerfamilie Cranach, habe ihn in ihren Bann, erklärten die Ausstellungsmacher. Grund sei nicht mangelnde Fantasie gewesen, wie Kritiker einst monierten, sondern das Bestreben, sich mit den von ihm bewunderten Künstlern zu messen und sie herauszufordern.

Die Exponate sind den Angaben zufolge Leihgaben aus der Sammlung des Kunstmuseums Pablo Picasso in Münster. Die Schau wird von der Kreissparkasse Halle-Wiedenbrück und Partnern, der Frankfurter Bankgesellschaft sowie der Kulturstiftung der Westfälischen Provinzial Versicherung gefördert.