Zu seinem 50-jährigen Bestehen plant das Museum Ludwig für den Herbst eine große, interdisziplinäre Überblicksausstellung, die Kunst der internationalen Schwarzen Diaspora in Beziehung zur europäischen Moderne setzt. Die Schau „Along the Color Line. Spuren einer Transatlantischen Moderne“ soll vom 3. Oktober bis zum 7. März 2027 zu sehen sein, wie das Museum in Köln ankündigte. Neben Gemälden, Skulpturen, Zeichnungen und Fotografien spielten auch Literatur und Musik der Schwarzen Diaspora eine Rolle.
Mit dieser Ausstellung wolle das Museum Ludwig im Jubiläumsjahr 2026 seine Gründungsidee bekräftigen, „Stimmen sichtbar zu machen, die zu lange übersehen wurden“, hieß es. Bisher habe sich der Blick auf die Moderne an weißer, westeuropäischer und nordamerikanischer Kunst orientiert. In europäischen Museen seien Schwarze Künstlerinnen und Künstler oftmals nur schwach oder gar nicht vertreten. Diese Unterrepräsentation verweise auf tief verwurzelte koloniale und gesellschaftliche Machtverhältnisse, deren Auswirkungen bis in die Gegenwart reichen.
Der Blick von Künstlern aus der Schwarzen Diaspora auf die Moderne
Vor diesem Hintergrund fragt die Ausstellung nach Angaben des Museums danach, wie Künstler aus der Schwarzen Diaspora die Moderne aufgenommen, weiterentwickelt oder sich bewusst von ihr abgegrenzt haben. Anhand von Bewegungen wie der Harlem Renaissance in den USA oder der Négritude-Bewegung in Europa würden die Beziehungen zwischen den Kontinenten nachgezeichnet und die Auswirkungen auf heutige Kunstproduktion untersucht. Die Schau vereine eine Vielzahl internationaler Leihgaben und setze diese vereinzelt in Dialog mit Werken aus der Sammlung.