Frisches Personal und eine gute Nachricht zur Finanzentwicklung: Die Evangelische Kirche von Westfalen hat auf einer eintägigen Frühjahrssynode weitere Schritte zum nötigen Umbau unternommen. In einem Gottesdienst in Dortmund wurde am Samstag die neue Präses-Stellvertreterin Susanne Falcke in ihr Leitungsamt eingeführt. Finanziell sieht sich die Landeskirche bei ihrem Sparkurs auf einem guten Weg. Strukturell wird eine Entschlackung des Präses-Amtes angegangen, um die Aufgaben breiter zu verteilen.
Die neue Theologische Vizepräsidentin Falcke nannte zum Auftakt ihrer achtjährigen Amtszeit als zentrales Thema die Gestaltung des nötigen Wandels von kirchlichen Strukturen angesichts sinkender finanzieller und personeller Möglichkeiten. Die 51-Jährige habe einen weiten Horizont und wisse, was Kirche im säkularen Umfeld bedeute, sagte die leitende Theologin der westfälischen Kirche, Präses Adelheid Ruck-Schröder. Falcke frage nach den geistlichen Energiequellen für Veränderungen und wolle „Lust dafür wecken, dass sich etwas Neues entwickelt“.
Schlüter ein Fels in der Brandung nach Kurschus-Rücktritt
Falcke, bisher Superintendentin des münsterländischen Kirchenkreises Steinfurt-Coesfeld-Borken, folgt als Theologische Vizepräsidentin auf Ulf Schlüter. Der frühere Dortmunder Superintendent wurde nach acht Jahren in der Kirchenleitung mit zahlreichen Würdigungen und lang anhaltendem Applaus in den Ruhestand verabschiedet.
Der 64-Jährige habe die westfälische Kirche nach dem Rücktritt der früheren Präses Annette Kurschus im November 2023 anderthalb Jahre lang im Krisenmodus geführt, sagte Ruck-Schröder bei Schlüters Entpflichtung: „Du hast die Landeskirche navigiert in diesem Sturm und sie hindurchgeführt. Ein Fels in der Brandung.“ Heute sei die viertgrößte deutsche Landeskirche trotz Finanz- und Mitgliederkrise voller Hoffnung und voller Energie, auch dazu habe Schlüter maßgeblich beigetragen.
Sparkurs bewährt sich
Eine gute Nachricht präsentierte Finanzdezernent Ralf-Henning Krause dem westfälischen Kirchenparlament, der Landessynode. Er sehe die Landeskirche bei ihrem eingeschlagenen Sparkurs auf einem guten Weg, sagte der Ökonom. Im vergangenen Jahr seien im Haushalt auf der landeskirchlichen Ebene fast zwölf Millionen Euro weniger ausgegeben worden als zunächst geplant.
Das Haushaltssicherungskonzept habe vom ersten Tag an gewirkt und eine „kräftige Bremswirkung“ gehabt, lobte Krause, mahnte aber zugleich zu weiteren Einsparungen. In erster Linie sollten Verwaltungskosten gesenkt werden, um inhaltliche kirchliche Arbeit so wenig wie möglich zurückzufahren.
Bisherige Präses-Aufgaben werden aufgeteilt
Um das mit Aufgaben überfrachtete Präses-Amt zu entlasten, soll die neue Vizepräsidentin Falcke die Leitung des Landeskirchenamtes übernehmen. Präses Ruck-Schröder steht weiter der Landessynode und der Kirchenleitung vor. Ausgeschrieben werden soll die Stelle eines leitenden Juristen für die Kirchenleitung. Der Titel eines Juristischen Vizepräsidenten soll aber nach dem Rücktritt des früheren Vizepräsidenten Arne Kupke nicht mehr vergeben werden.
Die Evangelische Kirche von Westfalen ist die viertgrößte der 20 evangelischen Landeskirchen in Deutschland. Sie hat mehr als 1,8 Millionen Mitglieder und gliedert sich in 26 Kirchenkreise mit rund 420 Kirchengemeinden.