Angesichts der Spannungen zwischen Europa und den USA hat der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Heiner Wilmer, die Friedensdiplomatie Papst Leos XIV. gegen politischen Druck verteidigt. „Papst Leo XIV. in diesen Tagen seiner Friedensmission von Algerien durch den afrikanischen Kontinent derart politisch von einer Seite belehren zu wollen, ist inakzeptabel“, sagte Wilmer in Berlin. Hintergrund ist die verbale Attacke des US-Präsidenten Donald Trump auf das katholische Kirchenoberhaupt in der vergangenen Woche.
Trump hatte Papst Leo wegen dessen friedenspolitischer Appelle etwa auch zum Iran-Krieg im Netzwerk Truth Social angegriffen und sich Einmischungen in die US-Politik verbeten. Der Papst hatte sich unbeeindruckt gezeigt und während seiner Reise ins westliche Afrika gesagt, er werde sich im Auftrag des Evangeliums weiterhin für Frieden und Versöhnung einsetzen.
„Diplomatie des Heiligen Stuhls unverzichtbar“
Wilmer sagte, in der deutschen Bischofskonferenz mit Sitz in Bonn schaue man dankbar auf die Friedensbemühungen Papst Leos. Sie würden auch „durch andere Auffassungen aus Washington“ in keiner Weise gering geschätzt. Es bleibe zu hoffen, dass die Weltgemeinschaft das diplomatische und pastorale Wirken des Papstes weiter in der Weise anerkenne, wie es angemessen sei und nicht, wie es von partikularen Interessen großer Mächte in Misskredit gebracht werde.
Der Hildesheimer Bischof sprach anlässlich der Verabschiedung des Vatikan-Botschafters in Deutschland, Nikola Eterovic. Der kroatische Vatikandiplomat, der mehr als 12 Jahre in Deutschland war, geht in den Ruhestand. Sein Nachfolger wird der Niederländer Hubertus van Megen.
Die Diplomatie des Heiligen Stuhls sei unverzichtbar, sagte Wilmer, der im Juni das Bistum Münster übernimmt. Denn wenn man sich umschaue, stehe die Welt in Flammen.