Weiter große Erschütterung über Brandanschlag auf Synagoge
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Synagoge in Wuppertal
Wuppertal, Soest (epd).

Kirchliche Verbände haben sich erschüttert über den Brandanschlag auf die Bergische Synagoge in Wuppertal am vergangenen Donnerstag geäußert. Der Anschlag sei „inakzeptabel und zutiefst böse“, erklärte der Generalsekretär der Vereinten Evangelischen Mission (VEM), Andar Parlindungan, am Montag in Wuppertal. Die Evangelische Frauenhilfe in Westfalen mit Sitz in Soest bezeichnete die Tat als unerträglichen und nicht hinnehmbaren Angriff auf jüdisches Leben.

VEM-Generalsekretär Parlindungan sagte, die internationale Kirchengemeinschaft verurteile „jede Form von Antisemitismus und jeden Hass, der im Namen von Religion gerechtfertigt wird“. Antisemitismus widerspreche „zutiefst unserem christlichen Menschenbild und unserem Einsatz für ein friedliches, respektvolles Zusammenleben der Religionen“. Man erwarte, dass der Angriff konsequent aufgeklärt und Gerechtigkeit gewährleistet werde, erklärte Parlindungan. Zur VEM gehören 38 evangelische Kirchen in Afrika, Asien und Deutschland sowie die v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel.

„Synagogen müssen sichere Orte sein“

Die Geschäftsführerin der westfälischen Frauenhilfe, Birgit Reiche, betonte, Synagogen und jüdische Einrichtungen müssten sichere Orte sein, „an denen Menschen ohne Angst leben und arbeiten können“. Damit Jüdinnen und Juden sich wieder sicher fühlten, müsse der Rechtsstaat jedem Antisemitismus konsequent entgegentreten. Der Brandanschlag wie auch „das Erstarken rechtsextremer und populistischer Kräfte“ bei den jüngsten Landtagswahlen zeigten, „wie verletzlich jüdisches Leben, Gleichstellung und demokratische Werte geworden sind“, mahnte Reiche.

Die Polizei hatte nach dem Brandanschlag auf die Synagoge in Wuppertal-Barmen einen Verdächtigen in Tatortnähe festgenommen. Dabei handelt es sich den Angaben zufolge um einen 37-jährigen, polizeibekannten Mann afghanischer Staatsangehörigkeit. Er hatte eine brennbare Flüssigkeit auf den Treppenstufen des jüdischen Bethauses verschüttet und angezündet. Der Brand konnte schnell gelöscht werden. Es sei nur ein geringer Sachschaden entstanden, hieß es.