Vizepräses Menn: Achtung und Wertschätzung fördern den Frieden
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Antje Menn, Vizepräses der rheinischen Kirche
Bad Kreuznach (epd).

Eine „Kultur der wechselseitigen Achtung und Wertschätzung“ ist nach Ansicht der Vizepräses der Evangelischen Kirche im Rheinland, Antje Menn, die Voraussetzung für einen nachhaltigen Frieden. „Im anderen, in der anderen den Menschen sehen, wie Gott sie, wie Gott ihn geschaffen hat. Auf solchem Boden können unterschiedliche, auch gegensätzliche Überzeugungen und Standpunkte mit Respekt und Toleranz, ohne Verachtung, Gewalt oder Unterdrückung ausgetragen werden“, sagte Menn am Sonntag in ihrer Predigt in der Martinskirche in Bad Kreuznach (Rheinland-Pfalz) anlässlich des Reformationshistorischen Tages, der auf der Ebernburg zum Thema „Der Bauernkrieg und die Folgen - Der Speyerer Reichstag von 1526“ stattfand.

In Speyer sei vor 500 Jahren eine friedliche Konfliktlösung auf den Weg gebracht worden. Der Reichsbescheid von Speyer habe 1526 angebahnt, was in Augsburg knapp 30 Jahre später als Grundprinzip der Reformation besiegelt wurde: Die Landesherren entscheiden über den Glauben ihrer Untergebenen. Diese Einigung habe „Verhandlungsbereitschaft und Verhandlungsgeschick“ erfordert, betonte die Vizepräses. „National-narzisstische Parolen mögen eingängig sein, aber argumentativ kraftlos. Tragfähiger Frieden wächst anders“, sagte sie.