Zum Auftakt der neuen Landtags-Legislaturperiode haben die beiden großen Kirchen an die Abgeordneten appelliert, bei ihrer Arbeit ohne Furcht vorzugehen und sich von gegenseitigem Respekt leiten zu lassen. „Kompromisse, das geht manchmal zu leicht verloren, sind kein politisches Schimpfwort, sondern im besten Fall das Ergebnis kluger und gut gemachter Politik“, sagte der Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, Thorsten Latzel, am Montag bei einem ökumenischen Gottesdienst in Mainz. Er rief dazu auf, politische Konkurrenten nicht als Gegner oder gar als Feinde zu betrachten.
Der katholische Mainzer Bischof Peter Kohlgraf sagte bei dem Gottesdienst, Angst vor Neuem dürfe das Handeln nicht dominieren: „Ängstliche Menschen sind leichter zu manipulieren.“ An dem Gottesdienst in der am Rand des Mainzer Regierungsviertels gelegenen katholischen Pfarrkirche St. Peter nahmen viele gewählte und 2026 aus dem Parlament ausgeschiedene Abgeordnete sowie zahlreiche designierte Regierungsmitglieder teil.
Engel aus Pskow für alle Abgeordneten
Latzel verteilte im Anschluss an den Gottesdienst hölzerne Engels-Figuren an die Politiker, die in einer mit Hilfe aus der rheinischen Kirche aufgebauten Behindertenwerkstatt im russischen Pskow angefertigt wurden. Bei der im Anschluss anberaumten konstituierenden Sitzung des Landtags standen die Wahl von Gordon Schnieder (CDU) zum neuen Ministerpräsidenten und die Vereidigung der neuen Ministerinnen und Minister auf der Tagesordnung.