Der neue Beauftragte der Evangelischen Kirchen für das Saarland, Thomas Bergholz, sieht Kirche aufgrund ihrer sinkenden Mitgliederzahlen unter Druck. Wenn die Mehrheit der Gesellschaft nicht mehr Mitglied einer Kirche sei, werde es schwieriger „deutlich Standpunkte zu beziehen und zu sagen, was unserer Meinung nach wichtig ist“, sagte der bisherige Pfarrer der Saarbrücker Ludwigskirche dem Evangelischen Pressedienst (epd). Am Dienstag wird er in einem Gottesdienst in sein Amt eingeführt.
epd: Wie sehen Sie Ihre Rolle als Beauftragter der Evangelischen Kirche für das Saarland?
Thomas Bergholz: Der Beauftragte ist so eine Art Diplomat, der eher im Hintergrund aktiv ist. Natürlich muss er auch gelegentlich die Kirche nach außen repräsentieren, aber er hat mehr eine Vermittlerrolle. So muss er zwischen der Landesregierung, den Parteien, dem Landtag, den anderen gesellschaftlichen Gruppen und den Landeskirchen vermitteln. Er muss die Interessen der Landeskirchen dort einbringen, wo sie von diesen Gruppen abgefragt werden oder wo auch die Landeskirchen sehen, dass ihre Interessen in der Öffentlichkeit, der Politik oder der Gesellschaft vertreten werden sollen.