Ruck-Schröder: Gemeinschaft in Diskussion um Freiheit berücksichtigen
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Ruck-Schröder: Gemeinschaft in Diskussion um Freiheit berücksichtigen
Münster (epd).

Die Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen, Adelheid Ruck-Schröder, hat dafür geworben, Freiheit nicht allein als individuellen Anspruch zu verstehen. In der Debatte darüber sei der Blick auf die Gemeinschaft und die Verantwortung für andere verloren gegangen, sagte sie bei einer Podiumsdiskussion in Münster zum Reformationstag. Zur Freiheit gehöre auch die Frage, wer sie ermögliche und schütze.

Ruck-Schröder verwies auf Gespräche mit Schülerinnen und Schülern über eine mögliche Wehrpflicht. Während die einen darin eine Einschränkung ihrer Freiheit sähen, fragten andere, wer diese Freiheit garantiere. Darin zeige sich das Spannungsverhältnis von Freiheit und Verantwortung, das gerade junge Menschen beschäftige.

Deutschland steht bei Freiheitsrechten gut da

Gesellschaftliche Teilhabe setze zudem Bildung und die Fähigkeit voraus, sich auszudrücken, betonte die leitende Theologin. Dies sei bereits in der Reformation erkannt worden. Als Beispiele nannte sie die Verbreitung von Flugschriften und die Übersetzung der Bibel ins Deutsche. Die Kirche habe den Auftrag, Freiheit durchzubuchstabieren.

Die Präsidentin des nordrhein-westfälischen Verfassungsgerichtshofs, Barbara Dauner-Lieb, unterstrich, dass Recht Freiheit ermögliche und vor staatlichen Übergriffen schütze. Deutschland stehe bei den Freiheitsrechten trotz aller Unzulänglichkeiten sehr gut da, etwa mit unabhängigen Gerichten und gut ausgebildeten Richterinnen und Richtern.

Rechtsphilosophin: Freiheit der anderen achten

Die Rechtsphilosophin Franziska Dübgen warnte davor, Freiheit allein auf die eigene Person zu beziehen. Die individuelle Freiheit werde durch die Freiheitsrechte anderer begrenzt. Zugleich bedeute ein formal gleicher Zugang zum Recht noch nicht, dass alle Menschen ihre Rechte gleichermaßen wahrnehmen könnten. Dabei spiele auch die soziale Herkunft eine Rolle. Der frühere CDU-Bundestagsabgeordnete Ruprecht Polenz warb für eine achtsame Sprache, die andere nicht herabsetze. Sie sei eine Voraussetzung dafür, miteinander im Gespräch zu bleiben.

Zu der Diskussion unter dem Titel „Was dürfen wir?“ hatten die Evangelische Kirche von Westfalen und die Stadt Münster in den Erbdrostenhof eingeladen. Das Podium war Teil der städtischen Veranstaltungsreihe „Dialoge zum Frieden“.