Die Evangelische Kirche im Rheinland will zum Schuljahr 2027/2028 freiwillige Förderbeiträge an ihren zehn Schulen in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz einführen. Mit dem neu erarbeiteten Konzept sollen sinkende kirchliche Einnahmen teilweise ausgeglichen und die Schulen langfristig finanziell abgesichert werden, wie die zweitgrößte Landeskirche am Montag in Düsseldorf mitteilte.
Das gemeinsam mit Elternvertretungen, Schulleitungen und der Schulstiftung entwickelte Modell sei sozial ausgewogen und berücksichtige die finanziellen Möglichkeiten der Familien, hieß es. Die Beiträge würden unabhängig vom Schulbetrieb über die Schulstiftung der Landeskirche organisiert. Der Großteil solle der Schule zugutekommen, an der er geleistet wurde. Ein kleinerer Teil werde dem solidarischen Ausgleich zwischen den Schulen dienen.
Kuratorium kontrolliert die Verwendung der Mittel
Grundlage ist eine Kooperationsvereinbarung zwischen der Kirche als Schulträgerin und der Schulstiftung, die am 1. August 2027 in Kraft treten soll. Die Stiftung werde dafür personell und organisatorisch neu aufgestellt. Ihr Kuratorium, dem auch Eltern angehören, soll die Verwendung der Mittel kontrollieren und jährlich über deren Verteilung entscheiden.
Es sei eine schwere Entscheidung, bei der Finanzierung der Schulen einen neuen Weg einzuschlagen, erklärte Oberkirchenrätin Henrike Tetz, Leiterin der Abteilung Bildung und Diakonie im Landeskirchenamt. „Angesichts der deutlich veränderten Haushaltslage unserer Kirche können wir jedoch nicht einfach weitermachen wie bisher“, sagte sie. Mit den freiwilligen Förderbeiträgen werde eine zusätzliche Säule geschaffen, um „die Zukunft unserer Schulen“ dauerhaft zu sichern.
Die Synode der Landeskirche hatte im Januar den Rahmen der Finanzstrategie beschlossen. Demnach sollen die Förderbeiträge zusammen mit vielen weiteren Maßnahmen bis 2030 Einsparungen von insgesamt 2,2 Millionen Euro und ab 2035 von 5,8 Millionen Euro ermöglichen. Zugleich seien Investitionen in das evangelische Profil der Schulen und die Instandhaltung der Gebäude vorgesehen. Im September, Oktober und November sind an den Schulen Dialogabende für Eltern und Erziehungsberechtigte geplant.