Mit Blick auf die Herausforderungen der aktuellen Zeit betont die Vizepräses der Evangelischen Kirchen im Rheinland, Antje Menn, die Bedeutung von Teamarbeit. Gott setze auf Menschen in aller Unterschiedlichkeit, auf Menschen, die ein neues Leben wagten, die das schwer zu glaubende Glück weitertragen, sagte sie laut Predigttext am Ostersonntag in der evangelisch-reformierten Kirche Schöller in Wuppertal. Es brauche österliche Haltung, um Machtmissbrauch mit klaren Regeln zu begegnen, österlichen Mut für Solidarität, Gerechtigkeit und Frieden sowie österliche Liebe, um Menschen zusammenzubringen.
Heutige Krisen seien „Steine, die Wege versperren“, Varianten des großen Steins, der das Grab Jesu verschließe. „Es reichen Namen, um Bilder von grausamen Verbrechen, von Vertreibung, Gewalt und Tod vor Augen zu haben. Mariupol und Gaza, Teheran und Tel Aviv.“ Die Welt brauche Menschen, die sich immer wieder fragten: „Wer wälzt uns den Stein von des Grabes Tür?“
Der rheinische Präses Thorsten Latzel wirbt für ein Umdenken. „Wir bekommen es immer weniger hin, mit denen zu reden, die anderer Meinung sind: zuzuhören, zu verstehen, geschweige denn, miteinander zu essen“, erklärte er in Düsseldorf in seiner Osterbotschaft. Die Menschheit sei „oster-reif“, weil „wir es als Menschen gerade richtig vermasseln“. „Wir geben zig Milliarden weltweit für Rüstung aus, obwohl wir jeden Cent gegen den Hunger bräuchten.“ Die westfälische Präses Adelheid Ruck-Schröder hat in ihrer Osterbotschaft die Hoffnung betont. Überall auf der Welt erlebten Menschen Qual, Leid, Schmerz und Tod. Dennoch oder gerade deshalb feierten Christen auf der ganzen Welt das Osterfest, mitten im Krieg, mitten im Frieden.
Erzbischof Woelki: Ostern Aufruf zum Friedensdienst
Im Kölner Dom nannte Erzbischof Rainer Maria Woelki die Auferstehung Christi einen Aufruf zum Friedensdienst. In seiner Predigt zum Ostersonntag verwies der Kardinal auf das Leiden und Sterben in der Ukraine, im Libanon, in Israel, in Gaza, im Iran und den Golfstaaten. Die Auferstehung Christi nehme jeden in die Pflicht zu einer inneren Umkehr. Woelki rief dazu auf, die Botschaft von Auferstehung, Hoffnung und Frieden in die Welt zu tragen.
Der Paderborner Erzbischof Udo Markus Bentz versteht Ostern als ein „geistliches Empowerment zum Leben“. Die Auferstehung Jesu schenke die Kraft und den Mut, selbst aufzustehen und nicht am Boden der Enttäuschung und der Frustration liegenzubleiben, sagte Bentz am Sonntag im Paderborner Dom.
Bischof Wilmer: Ostern ist Zusage an Menschen in Leid und Not
Für den Vorsitzenden der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, den künftigen Münsteraner Bischof Heiner Wilmer, ist die Osterbotschaft eine Zusage. „Wenn Sie heute nur einen einzigen Satz mitnehmen, der Sie trägt durch diese Woche, durch Angst, Krankheit, Zweifel und Müdigkeit, dann diesen: Christus ist auferstanden - und deshalb fällt kein Leben aus Gottes Hand.“ Im Hildesheimer Mariendom nannte er die Auferstehung Jesu „verrückt im Sinne der Liebe. Verrückt im Sinne der Hoffnung. Verrückt genug, um dem Tod zu widersprechen“.
Der Essener Bischof Franz-Josef Overbeck mahnt zu Ostern, militärische Gewalt nur im Notfall einzusetzen. Es müsse dabei immer das Recht eingehalten werden und Versöhnung das Ziel sein, betonte der Ruhrbischof, der auch katholischer Militärbischof ist, am Samstagabend im Essener Dom. Die christliche Hoffnung könne das zusammenhalten, was viele als Gegensätze erlebten: „Wehrhaftigkeit, wo Menschen geschützt werden müssen; Friedfertigkeit, weil das Ziel immer der gerechte Friede bleiben muss.“
Für den Aachener Bischof Helmut Dieser geht Ostern über das Fragen zwischen Angst und Hoffnung, Endlichkeit und Verheißung hinaus. Ostern bezeuge nicht nur, dass „noch etwas kommen könnte“, sondern dass Christus wirklich den Tod überwunden habe. Der christliche Glaube lasse den Menschen nicht im Ungewissen, sondern rufe ihn in die Gewissheit hinein, dass der Tod nicht das letzte Wort behalte.
Ostern ist das älteste und wichtigste Fest der Christenheit. Es erinnert an die Mitte des christlichen Glaubens: die Auferstehung Jesu Christi von den Toten nach seinem Leiden und Sterben am Kreuz.