Ruhrbischof Franz-Josef Overbeck hat dazu aufgerufen, sich angesichts der Umbrüche in Politik, Gesellschaft und Wirtschaft neu am Maßstab der Menschenwürde zu orientieren. „Nicht Macht, Profit oder Stärke dürfen den Weg bestimmen, sondern der Mensch selbst - als Ebenbild Gottes“, erklärte der Essener katholische Bischof in einer Botschaft zum Karfreitag. Die Gesellschaft brauche einen klaren Kompass: „Wahrheit zeigt sich in Barmherzigkeit, Gerechtigkeit, Solidarität und dem Einsatz für Frieden, Demokratie und das Gemeinwohl.“
„Wir leben nicht in einem Sturm, den wir aussitzen können“, erklärte Overbeck und verwies auf Kriege, Unsicherheiten und Veränderungen in der Arbeitswelt. Schmerzhafte Anpassungsprozesse würden zu dauerhaften Begleitern. Hoffnung entstehe dort, wo Menschen einander vertrauen, Verantwortung übernehmen und Veränderungen so gestalten, dass niemand seine Würde verliert.
Traditioneller Kreuzweg auf der Halde Haniel
Das Ruhrgebiet habe hierfür gute Voraussetzungen, unterstrich der Essener Bischof. „Die Menschen hier sind eine Gemeinschaft, die im Wohl und Wehe aufeinander angewiesen ist, Solidarität und Subsidiarität pflegt - und gemeinsam lebt.“ Am Karfreitag will der Ruhrbischof wieder den traditionellen Kreuzweg auf der Halde Haniel in Bottrop beten, zu dem zahlreiche Gläubige erwartet werden. Zum Abschluss der Prozession auf der 118 Meter hohen Halde aus dem Steinkohlebergbau hält Overbeck eine Predigt.