Die evangelischen und katholischen Kirchen in Nordrhein-Westfalen haben weiter an Mitgliedern verloren. Bei den drei evangelischen Kirchen in Westfalen, Rheinland und Lippe ging die Zahl der Mitglieder von rund 4,14 Millionen um 133.000 auf rund 4,01 Millionen Mitglieder zurück, wie die drei Landeskirchen am Montag mitteilten. In den fünf Bistümern Aachen, Essen, Köln und Münster sank die Mitgliederzahl ebenfalls um rund 133.000 von 6,05 auf 5,92 Millionen. Die Zahlen sind vorläufig.
Zur Evangelischen Kirche im Rheinland gehörten Ende 2025 noch rund zwei Millionen Mitglieder, etwa 68.000 weniger als ein Jahr zuvor. 39.100 Kirchenaustritten und rund 40.000 Sterbefällen standen 11.200 Taufen und 1.900 Eintritte gegenüber. Zur westfälischen Kirche gehörten Ende 2025 1,82 Millionen Mitglieder und damit 60.544 weniger als ein Jahr zuvor. Im Jahr 2025 gab es rund 32.000 Austritte und knapp 34.000 Sterbefälle. Zugleich wurden 10.500 Taufen und 1.180 Aufnahmen verzeichnet.
Die Lippische Landeskirche zählte zum 1. Januar 2026 insgesamt 126.065 Mitglieder in 65 reformierten und lutherischen Kirchengemeinden. Das waren 4.600 weniger als im Vorjahr. 2.130 Austritten und 2.800 Sterbefällen standen 455 Taufen und 73 Aufnahmen gegenüber.
Bistum Münster bundesweit mitgliederstärkstes Bistum
Das Bistum Münster bleibt mit 1,6 Millionen Mitgliedern das bundesweit stärkste Bistum. Das seien zwar rund 40.000 weniger Katholiken als im Vorjahr, jedoch 12.000 mehr als das lange Zeit mitgliederstärkste Erzbistum Köln. Die Zahl der Kirchenaustritte habe mit 22.068 in etwa auf dem Niveau des Vorjahres gelegen, zudem gab es 17.194 Bestattungen. Knapp 9.940 Menschen wurden getauft.
Im Erzbistum Köln sank die Zahl der Mitglieder im Vergleich zum Vorjahr um 49.575 auf 1,57 Millionen. Der Mitgliederrückgang sei im Jahresvergleich um 3,5 Prozent niedriger ausgefallen, erklärte das Erzbistum. So wurden 27.595 Austritte und knapp 15.400 Bestattungen gezählt. Dem standen 8.096 Taufen, 437 Wiederaufnahmen und 195 Eintritte gegenüber.
Auch im Bistum Aachen ist die Gesamtzahl der Katholiken von 2024 auf 2025 zwar weiter gesunken, aber mit abgeflachter Kurve, wie das Bistum erklärte. Die Gesamtzahl sei um 2,5 Prozent auf 844.764 Katholiken gesunken. 2025 traten im Bistum Aachen 11.222 Mitglieder aus, lediglich 65 Menschen traten neu ein. 160 zuvor ausgetretene Mitglieder wurden wieder aufgenommen. Die Zahl der Taufen betrug 4.692, die der kirchlichen Bestattungen 8.127.
Steigende Zahl der Aufnahmen im Erzbistum Paderborn
Zum Erzbistum Paderborn gehörten Ende des Jahres 2025 insgesamt 1, 25 Millionen Katholiken, 40.714 weniger als im Vorjahr. 17.585 Menschen traten aus der Kirche aus, 14.714 Menschen wurden kirchlich bestattet. 6.411 Kinder und Erwachsene wurden durch Taufe in die Kirche aufgenommen, die Zahl der Wiederaufnahmen stieg auf 217, die Zahl der Übertritte auf 140.
Im flächenmäßig kleinsten deutschen Bistum, dem Bistum Essen, sank die Zahl der Katholiken von 638.262 im Jahr 2024 auf 616.766 im vergangenen Jahr. Die Zahl der Austritte fiel im vergangenen Jahr mit 8.830 niedriger aus als im Vorjahr (9.386). Rund 6.350 Menschen wurden bestattet. Eintritte und auch Wiederaufnahmen fielen 2025 mit jeweils 121 höher aus als im Vorjahr. Die Zahl der Taufen betrug 2.858.
Präses Latzel: Persönlicher Kontakt zu den Menschen
Der rheinische Präses Thorsten Latzel erklärte: „Wir werden weniger aufgrund von Austritten einerseits und mehr Sterbefällen als Taufen andererseits.“ Wichtig bleibe der persönliche Kontakt zu Menschen und die Begleitung ihres Lebens, etwa speziell bei der Taufe. „Unsere Aufgabe ist es, für Menschen da zu sein und das Evangelium zu vermitteln - und das werden wir tun, gerade in schwierigen Zeiten“, unterstrich Latzel.
Viele Zahlen gingen zurück, sagte der Diözesanadministrator des mitgliederstärksten Bistums Münster, Antonius Hamers. Besonders in den krisenhaften Zeiten könne der Glaube aber Hoffnung und Zuversicht geben.
Bundesweit zählten evangelische und katholische Kirchen Ende 2025 zusammen noch 36,6 Millionen Mitglieder. Das waren rund 1,2 Millionen Menschen weniger als im Jahr zuvor. Der evangelischen Kirche gehörten demnach noch 17,4 Millionen Menschen an (2024: 18 Millionen), der katholischen Kirche 19,2 Millionen Menschen (2024: 19,8 Millionen).