Neuer Leitender Jurist der Evangelischen Kirche von Westfalen soll der promovierte Rechtswissenschaftler Michael Vothknecht werden. Der 58-jährige gebürtige Detmolder stellt sich nach Angaben der Landeskirche vom Montag auf der nächsten Landessynode zur Wahl, die vom 22. bis 25. November in Bielefeld tagt. Vothknecht bringe „sehr viel Erfahrung und genau die Kompetenzen mit, die wir in unseren Transformationsprozessen benötigen“, erklärte die leitende Theologin der westfälischen Kirche, Präses Adelheid Ruck-Schröder.
Vothknecht, der vom Nominierungsausschuss als einziger Kandidat vorgeschlagen wurde, studierte Rechtswissenschaften mit wirtschaftswissenschaftlicher Zusatzausbildung in Bayreuth und wurde an der Berliner Humboldt-Universität promoviert. Er hat langjährige Leitungserfahrung in der Versicherungswirtschaft, unter anderem beim kirchlichen Versicherungsmakler Ecclesia in Detmold, für den er 23 Jahre tätig war. In der Versicherungskommission der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) wirkte er mehrere Jahre als Gastmitglied mit.
Leitungsamt nach Kupke-Rücktritt ein Jahr vakant
Vothknecht soll als Oberkirchenrat neues hauptamtliches Mitglied der westfälischen Kirchenleitung werden. Er tritt im Fall seiner Wahl als Leitender Jurist die Nachfolge des früheren Juristischen Vizepräsidenten Arne Kupke an, der sich im November 2025 aus der Kirchenleitung zurückgezogen hatte und in sein früheres Amt als juristischer Landeskirchenrat zurückgekehrt war. Seither war das Amt des Leitenden Juristen vakant.
Der Titel eines Juristischen Vizepräsidenten soll nicht mehr vergeben werden. Alleinige Vertreterin von Präses Ruck-Schröder, bleibt damit die Theologische Vizepräsidentin Susanne Falcke.
Vothknecht ist verheiratet und Vater von zwei Kindern. Seit 2011 ist er ehrenamtliches Mitglied im Moderamen, dem Leitungsgremium des Reformierten Bundes, und seit 2014 dessen Schatzmeister.