Präses: Solidarität mit überfallenem Förderzentrum in der Westbank
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Adelheid Ruck-Schröder
Bielefeld (epd).

Die Evangelische Kirche von Westfalen hat sich hinter eine christliche Einrichtung im nördlichen Westjordanland gestellt, die nach Angaben der Kirche von radikalen jüdischen Siedlern überfallen wurde. „Dass die gewalttätigen Siedler das Eigentum christlicher Einrichtungen missachten, ist in keiner Weise zu rechtfertigen“, erklärte die westfälische Präses Adelheid Ruck-Schröder in einem in Bielefeld veröffentlichten Schreiben an die Leitung der Einrichtung Sternberg.

Am 9. Oktober soll sich eine Gruppe israelischer Siedler gewaltsam Zugang zum Gelände des Förderzentrums zwischen Ramallah und Birzeit verschafft und bei ihrem Streifzug ein Gewächshaus beschädigt haben. Auf dem Sternberg werden nach Angaben der westfälischen Kirche etwa 100 Kinder und Jugendliche mit geistigen Behinderungen förderpädagogisch betreut.

„Schutz der Schwachen gehört zu Grundwerten“

Die Präses sagte der Einrichtung die Unterstützung der Landeskirche zu. Die Notfallhilfe der Ökumene-Abteilung der Kirche habe bereits einen finanziellen Beitrag für jetzt nötige Sicherheitsmaßnahmen auf dem Gelände bewilligt. Ruck-Schröder äußerte ihr Entsetzen, „dass Hass und Gewalt selbst vor sozialen Einrichtungen nicht Halt machen und die schwächsten Glieder einer Gesellschaft in Angst und Schrecken versetzen“. Der Schutz der Armen, Schwachen und an den Rand Gedrängten gehöre zu den Grundwerten, die jüdische und christliche Ethik immer hervorgehoben hätten.

Den Übergriff auf den Sternberg nannte Ruck-Schröder einen „Verrat an der eigenen Tradition“. Ungeachtet aller politischen Konflikte sei ein solcher Bruch mit den humanitären Grundlagen der Religionen nicht hinnehmbar, schrieb Ruck-Schröder der Leiterin des Sternbergs, Ranya Karam.

Getragen wird die Einrichtung von der weltweiten Brüder-Unität, insbesondere durch die Herrnhuter Missionshilfe in Deutschland. Die westfälische Kirche unterstützt die Arbeit unter anderem durch die Kooperation mit dem Sternbergverein.