Der katholische Pfarrer Peter Kossen hat erneut menschenunwürdige Lebens- und Arbeitsbedingungen von Arbeitsmigranten in der Fleischindustrie angeprangert. „Wir haben es hier mit Menschenhandel zu tun, mit der Mafia“, sagte Kossen in einem evangelischen Reformationsgottesdienst in Burgsteinfurt, wie das Bistum Münster mitteilte. Die Arbeiter würden „ausgebeutet, betrogen und gedemütigt“, so der Priester in seiner Predigt.
Kossen, der als Pfarrer in der Gemeinde Seliger Niels Stensen in Lengerich tätig ist, warnte vor „Diskriminierung als Grundhaltung für die Ausbeutung“. Er höre oft, Migranten müssten auch mit weniger zufrieden sein. Aber Gerechtigkeit sei nicht teilbar und nicht an Nationalitäten gebunden, erklärte Kosten laut der Mitteilung.
Pfarrer mahnt Kirchen, nicht wegzuschauen
Kossen mahnte die Kirchen, nicht wegzuschauen: „Kirche ist parteiisch, ist Lobby für die, die keine Lobby haben.“ Eine Kirche, die zur Ausbeutung von Menschen, Tieren und der Natur schweige, verkaufe „ihr Einspruchsrecht, mithin ihre Seele“. Sie bedürfe „dringend einer evangelischen Reformation - einer Reformation im Sinne des Evangeliums“, forderte der katholische Priester.