==> aktuell Gewalt verunsichert. Was mit den Daten geschehen ist, ist bislang unklar.
Hannover, Bonn (epd). Nach Bekanntwerden des Datendiebstahls aus dem evangelischen Betroffenen-Netzwerk „BeNe“ sind viele Nutzer verunsichert. Dort seien persönliche Erfahrungen mit sexualisierter Gewalt, gesundheitliche Folgen und sehr private Lebenssituationen in einem geschützten Raum geteilt worden, heißt es in einer Mitteilung von Betroffenenvertretern.
Die Plattform „BeNe“, auf der Betroffene sexualisierter Gewalt in der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) seit 2024 Erfahrungen austauschen können, war Opfer eines kriminellen Angriffs geworden mit dem Ziel, an Nutzerdaten heranzukommen. Das Sicherheitsrisiko war zu Beginn der Woche durch eine Warnung des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) in Bonn festgestellt worden. Grund für das Datenleck ist eine Sicherheitslücke im Content-Management-System WordPress. Zwar wurde die Sicherheitslücke bei „BeNe“ bereits geschlossen. Doch kam es zuvor zu einem unbefugten Zugriff, mutmaßlich ausgelöst durch einen automatisierten Bot.
Verschlüsselung mindert Risiko des Missbrauchs geklauter Daten
Ein Sprecher des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik sagte dem epd am Freitag, wenn Schwachstellen in Systemen wie WordPress bekannt würden, ohne dass bereits Updates zum Schließen der Sicherheitslücke veröffentlicht seien, komme es zu einer Art „Wettrennen“. Es komme dann darauf an, ob sich Kriminelle oder automatisierte Bots schneller Zugriff verschaffen können, als ein Sicherheitsupdate installiert wird.
Die schlechte Nachricht sei, dass die Daten mutmaßlich kopiert und im Internet seien. Aber eine Verschlüsselung der abgeflossenen Passwörter und Website-Inhalte sei ein Vorteil, sie schränke das Risiko ein, dass mit den geklauten Daten Schaden angerichtet werden könne, sagte der BSI-Sprecher. Er riet den Betroffenen, in jedem Fall das Passwort zu ändern, sollten sie das gleiche Passwort für andere Dienste verwenden. Außerdem sei es äußerst wichtig, bei E-Mails mit Bezug zu der Internetseite vorsichtig zu sein. Hier könne es sich um Phishing-Versuche handeln.