Aufarbeitung sexualisierter Gewalt: Kirchenkreise finden Hinweise
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Themenfoto Missbrauch in der Kirche
Velbert, Mettmann (epd).

Bei der Sichtung von Akten in den Kirchenkreisen Düsseldorf-Mettmann und Niederberg zur Aufarbeitung sexualisierter Gewalt sind 18 Hinweise aufgefallen. Insgesamt seien 16.501 Personalakten von Mitarbeitenden beider Kirchenkreise seit 1945 auf Hinweisen auf sexualisierte Gewalt, übergriffiges oder grenzverletzendes Verhalten sowie mögliche institutionelle Versäumnisse geprüft worden, erklärten die evangelischen Kirchenkreise in Mettmann.

Von den 18 Verdachtsfällen aus den Bereichen Kirchenmusik, Pfarrdienst, Jugendarbeit und Kitas seien einige bereits bekannt, hieß es. Neben dokumentierten Vorwürfen seien auch indirekte Hinweise wie Beschwerden oder auffällige Personalvorgänge berücksichtigt worden. Die Hinweise aus Kirchenkreisen werden standardmäßig an das Landeskirchenamt der rheinischen Kirche weitergeleitet. Dort werden sie weiter geprüft.

Konsequenzen für Strukturen und Schutzkonzepte

Rainer Kaspers, Superintendent des Kirchenkreises Düsseldorf-Mettmann betonte, nun werde man sich mit den Hinweisen auseinandersetzen „und daraus Konsequenzen für Strukturen und Schutzkonzepte ziehen“. Wolfhard Günther, Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises Niederberg erklärte, die unabhängige Bestandsaufnahme von außen sei wichtig gewesen. „Nur so können wir unserer Verantwortung gerecht werden und aus möglichen Versäumnissen lernen.“

Die Kirchenkreise erklärten, sie würden die Ergebnisse nun auswerten und in die Überarbeitung von Schutzkonzepten, Präventionsmaßnahmen und Schulungen einfließen lassen. Ziel sei es, Hinweise künftig immer früher zu erkennen und schneller agieren zu können.

Die systematische Sichtung der Personalakten ist ein Projekt, das sich die Evangelische Kirche im Rheinland insgesamt vorgenommen hat. In den Kirchenkreisen prüfen Expertenteams die Archive auf Hinweise. Untersucht werden die Akten von Pfarrpersonen und von hauptamtlichen Mitarbeitenden.