Der Bestatterberuf hat sich Experten zufolge in den zurückliegenden Jahren gewandelt und an Attraktivität gewonnen. „Unserer Ansicht nach hat sich das Image des Berufes in weiten Teilen der Öffentlichkeit deutlich verbessert, auch wenn es sicherlich immer noch gewisse Vorbehalte geben mag“, sagte Alexander Helbach von der Verbraucherinitiative Bestattungskultur Aeternitas in Königswinter am Montag dem Evangelischen Pressedienst (epd). Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes hat sich die Zahl der Auszubildenden zur Bestattungsfachkraft zwischen 2015 und Ende 2025 mehr als verdoppelt: von 430 auf rund 900.
Besonders beliebt sei die Ausbildung bei Frauen, teilte das Bundesamt am Montag in Wiesbaden mit. 2025 waren 61 Prozent der Auszubildenden zur Bestattungsfachkraft Frauen, der Männeranteil lag bei 39 Prozent. Zehn Jahre zuvor betrug der Frauenanteil nur 46 Prozent. Das Bundesamt stellt bei den Zahlen einen Bezug zur alternden Gesellschaft her: 2025 seien rund eine Million Menschen in Deutschland gestorben, neun Prozent mehr als zehn Jahre zuvor.
Administratoren, Trauerredner, Seelsorger und Eventmanager gleichzeitig
Der Beruf reiche heute über „Särge und Beisetzungen“ hinaus, erläuterte Pia Neerfeld vom Bundesverband Deutscher Bestatter in Düsseldorf. „Bestatterinnen und Bestatter sind heute Administratoren, Trauerredner, Seelsorger, Gestalter, Projekt-, Event- und Locationmanager.“ Sie kümmerten sich auch um den digitalen Nachlass bei Facebook und anderen Plattformen. Heute seien die Aufgaben eines Bestatters kaum noch mit dem Aufgabenfeld von vor 30 oder 40 Jahren vergleichbar.
Rund 32.000 Menschen waren laut Statistischen Bundesamt 2024 bei den in Deutschland ansässigen etwa 4.200 Firmen im Bestattungshandwerk tätig. Der Anteil der geringfügig entlohnten Beschäftigten sei in der Branche mit 41,9 Prozent deutlich höher als im Handwerk insgesamt, wo er 21,1 Prozent betrage. Den hohen Anteil geringfügig Beschäftigter erklärte Neerfeld mit den besonderen Arbeitsabläufen der Branche. Viele seien nur wenige Stunden im Monat tätig. Der hohe Minijobanteil bedeute nicht, dass reguläre Fachkräfte durch geringfügig Beschäftigte ersetzt würden.