In deutschen Gärten gibt es viel weniger Spatzen als früher. „Der Haussperling liegt zwar nach wie vor auf Platz eins unserer Rangliste der am meisten gemeldeten Vögel, aber er hat einen Verlust von neun Prozent zum Vorjahr eingefahren“, erklärte Vogelschutzexperte des Naturschutzbunds Deutschland, Martin Rümmler, in Berlin. Damit setze sich bei den Spatzenarten der Negativtrend der vergangenen Jahre fort, hieß es zur Präsentation der Ergebnisse der 22. „Stunde der Gartenvögel“. Auch in Nordrhein-Westfalen landete der Haussperling auf Platz eins und verzeichnete ein Minus von sieben Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
Insgesamt beteiligten sich vom 8. bis 10. Mai bundesweit mehr als 56.000 Menschen an der Vogelzählung. Aus fast 38.500 Gärten seien weit über eine Million Vögel gemeldet worden. In NRW nahmen rund 10.100 Menschen teil, die in 7.400 Gärten knapp 198.300 Vögel gemeldet hätten.
„Alarmsignal für den Zustand der Natur“
Rümmler äußerte sich besorgt angesichts der Zahlen. Wenn so häufige Arten wie der Haussperling immer weniger gemeldet werden, könne dies „ein Alarmsignal für den Zustand der Natur in unseren Siedlungen sein“. Gründe dafür seien meist ein mangelndes Nahrungsangebot und der Verlust von Wohn- und Lebensraum in den Städten.
Positiv bewertet der Nabu etwa bei den Buchfinken bundesweit „ein sattes Plus bei den Sichtungen von 14 Prozent im Vergleich zum Vorjahr“. Der Grünfink wurde demnach drei Prozent häufiger als im Vorjahr gezählt. In NRW zeigte sich der Trend allerdings nicht: Der Grünfink wurde hier nicht häufiger gesichtet und lag mit knapp 5.500 Meldungen auf Vorjahresniveau.
Weniger Grünfinken auch in NRW
Bei den Grünfinken gibt es laut Nabu bundesweit wie auch in NRW einen seit Jahren zu beobachtenden Abwärtstrend. „Eine Ursache ist vermutlich, dass der Grünfink stärker unten den Infektionswellen mit Trichomonaden gelitten hat als der Buchfink“, sagte Rümmler. Die Erreger verbreiten sich vor allem an Futter- und Wasserstellen, weshalb dort besonders auf Hygiene geachtet werden sollte.