Suchtexperten haben die von der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) zum 1. Juli vorgenommene Erhöhung des Höchsteinsatzes bei virtuellen Automatenspielen von einem auf fünf Euro pro Spielrunde scharf kritisiert. Mit der neuen Regelung seien Verluste von bis zu 3.600 Euro pro Stunde möglich, erklärte Verena Küpperbusch, Leiterin der Landesfachstelle Glücksspielsucht der Suchtkooperation NRW, in Bielefeld. In Kombination mit dem anbieterübergreifenden monatlichen Einzahlungs-Limit von bis zu 10.000 Euro könnten so in kürzester Zeit erhebliche Summen verspielt werden.
„Statt den Spielerschutz zu stärken, wird das Risikopotenzial einer besonders gefährlichen Glücksspielform erhöht“, kritisierte die Expertin. Virtuelle Automatenspiele zählten zu den besonders riskanten Glücksspielformen, weil sie nahezu rund um die Uhr und ortsunabhängig verfügbar sind, eine sehr hohe Spiel- und Ereignisgeschwindigkeit aufweisen, mit intensiven Licht- und Toneffekten arbeiteten, Fast-Gewinne erzeugten und bargeldlose Einzahlungen ermöglichten. Diese Merkmale erhöhten das Suchtpotenzial erheblich.