Der Bildhauer Jacques Tilly und das Comitee Düsseldorfer Carneval e. V. (CC) wollen die gemeinsame kreative Arbeit zukunftsfest machen. Dafür sei eine Gesellschaft für die Herstellung und den Vertrieb von Großplastiken, die „JTT Großplastiken GmbH“, gegründet worden, an der das CC mehrheitlich beteiligt ist, wie der Verein der Düsseldorfer Karnevalisten mitteilte. Die GmbH werde von Jacques Tilly, dem CC-Geschäftsführer Uwe Willer und CC-Vizepräsident Stefan Kleinehr gemeinsam ehrenamtlich geführt.
Die politische Satire gehöre zum Markenzeichen des Düsseldorfer Karnevals, erklärte das CC. Dazu hätten vor allem die Mottowagen von Jacques Tilly und seinem Team beigetragen, und sie hätten den Düsseldorfer Karneval weltweit bekannt gemacht. Seit mehr als 40 Jahren kümmere sich das Team Tilly vor allem um die rund 100 Sponsoren- sowie Gesellschaftswagen der mehr als 60 Düsseldorfer Karnevalsgesellschaften sowie um die Mottowagen, von denen zwölf im vergangenen Jahr auf dem Rosenmontagszug in Düsseldorf mitfuhren.
„Markenzeichen Mottowagen“ langfristig sichern
CC-Präsident Lothar Hörning sprach von einer Initiative Tillys, die der Verein gerne aufgriffen habe, um „das Markenzeichen Mottowagen, von seiner Person langfristig weniger abhängig zu machen und damit nachhaltig aufzustellen“. Die umfangreiche kreative, handwerkliche und kaufmännische Arbeit werde in Verantwortung für das Team und den Düsseldorfer Karneval auf mehrere Schultern gestellt.
Satirische Bearbeitung von Islamismus, Terror, Krieg und Kirche
Im Jahr 2015 ließen die Düsseldorfer Karnevalisten im Gegensatz zu anderen Städten vier Tilly-Wagen zum islamistischen Terror fahren. 2022 karikierte Tilly den Überfall Russlands auf die Ukraine mit der Darstellung von Wladimir Putin, der die Ukraine verspeist. Ein Wagen zu „Klammer-Woelki“ wurde 2024 als Exponat in das Bonner Haus der Geschichte aufgenommen. Er zeigt den Kölner Erzbischof an den Dom geklammert, während ihn der „Missbrauchs-Skandal“ in Gestalt des Teufels an den Beinen zieht.
Ein Moskauer Gericht hatte Tilly Anfang April zu achteinhalb Jahren Straflager und einer Geldstrafe wegen der Verletzung religiöser Gefühle und einer angeblichen Verbreitung von Falschnachrichten über die russischen Streitkräfte durch seine Rosenmontags-Mottowagen verurteilt. Die Verurteilung erfolgte in Abwesenheit des Angeklagten.