Die Kindernothilfe weist anlässlich des fünften Jahrestages der gewaltsamen Machtübernahme der Taliban auf die dramatische Situation von Kindern in Afghanistan hin. „Für viele afghanische Kinder sind Krisen, Unsicherheit und Entbehrungen inzwischen Teil ihres Alltags. Sie brauchen vor allem Verlässlichkeit: ausreichende Ernährung, Zugang zu medizinischer Versorgung, Schutz vor Gewalt und Ausbeutung sowie die Chance, sich trotz schwieriger Umstände zu entwickeln“, sagte die Vorstandsvorsitzende der Kindernothilfe, Katrin Weidemann, am Dienstag in Duisburg. Nach Schätzungen seien fast 3,7 Millionen Kinder im Land von akuter Unterernährung betroffen.
Am 15. August 2021 hatten die radikalislamischen Taliban die Macht in dem Land übernommen, nachdem die westlichen Truppen abgezogen waren. Trotzdem müsse die humanitäre Hilfe, Gesundheitsversorgung und der Schutz besonders gefährdeter Kinder „langfristig gesichert werden“, mahnte Weidemann. Humanitäre Organisationen und ihre lokalen Partner leisteten weiterhin wichtige Arbeit, um Kinder und Familien zu erreichen. In Afghanistan arbeitet die Kindernothilfe seit 2002 mit lokalen Partnerorganisationen in aktuell neun Projekten zusammen.