Die Zahl der Drogentoten in Nordrhein-Westfalen ist binnen eines Jahres um elf Prozent gestiegen. Im Jahr 2024 starben im bevölkerungsreichsten Bundesland 441 Menschen durch Drogenmissbrauch, wie das Statistische Landesamt (IT.NRW) am Montag in Düsseldorf mitteilte. Im Vorjahr wurden 398 Todesfälle durch Drogenkonsum verzeichnet. Die bislang höchste Zahl von Drogentoten habe es 2008 mit 444 Todesfällen gegeben, erklärte die Statistikbehörde zum Internationalen Tag gegen Drogenmissbrauch und illegalen Drogenhandel am 26. Juni.
Den meisten Todesfällen durch Drogenmissbrauch lag mit 71 Prozent eine psychische Störung und Verhaltensstörung durch sogenannte psychotrope Substanzen - ohne Alkohol und Tabak - zugrunde. Zu dieser Gruppe gehören Menschen, die an den Folgen ihrer Drogensucht und daraus entstehenden Erkrankungen starben. Im Jahr 2024 waren dies in NRW 314 Betroffene, 16 Prozent mehr als im Vorjahr. Mehr als zwei Drittel (71 Prozent) dieser Gruppe starben infolge der Kombination verschiedener Substanzen, 17 Prozent durch den Konsum von Opioiden.
Tod durch Medikamentenmissbrauch auf Vorjahresniveau
Die Zahl der Todesfälle durch Vergiftungen mit Medikamenten - etwa mit Betäubungsmitteln, Halluzinogenen, Antiepileptika, Sedativa, Hypnotika, Antiparkinsonmitteln oder Psychostimulanzien - lag im Jahr 2024 mit 127 gemeldeten Fällen auf Vorjahresniveau (128 Fälle). In 58 Fällen handelte es sich laut Todesbescheinigung um eine vorsätzliche Selbstvergiftung.
Die Angaben der Statistiker basieren auf den von den Gesundheitsämtern übermittelten Todesbescheinigungen. Die Zuordnung der Todesursachen in der Todesursachenstatistik basiert auf den Angaben der Ärzte, die die Leichenschau vornehmen und die Todesbescheinigungen ausstellen. Diese werden in einem elektronischen Kodiersystem erfasst, das dann das Grundleiden nach der internationalen Klassifikation von Krankheiten ermittelt.