Mehr als vier Millionen Geflüchtete und Vertriebene in Deutschland
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Geflüchtetenunterkunft
Wiesbaden, Düsseldorf (epd).

In Deutschland haben im vergangenen Jahr mehr als vier Millionen Menschen gelebt, die wegen Flucht, Vertreibung oder auf der Suche nach internationalem Schutz ins Land gekommen sind. Insgesamt 3,3 Millionen Menschen sind seit 1950 aus Gründen vor Flucht und Vertreibung zugewandert, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden anlässlich des Weltflüchtlingstags sowie des Gedenktags für die Opfer von Flucht und Vertreibung am 20. Juni mitteilte. Weitere 713.000 Menschen sind Vertriebene des Zweiten Weltkriegs, die vor 1950 zugewandert sind.

Gemessen an der Bevölkerungszahl war den Statistikern zufolge der Anteil der seit 1950 aus Gründen von Flucht und Vertreibung Eingewanderten am höchsten in Bremen (7,3 Prozent), gefolgt von Hamburg (6,3 Prozent), dem Saarland (5,7 Prozent), Hessen (4,8 Prozent) und NRW (4,6 Prozent). Die meisten Vertriebenen des Zweiten Weltkriegs leben ihrem Anteil an der Bevölkerung nach in Mecklenburg-Vorpommern (2,3 Prozent) gefolgt von Sachsen-Anhalt (1,5 Prozent), Brandenburg und Thüringen (je 1,4 Prozent). In NRW beträgt ihr Anteil an der Bevölkerung 0,6 Prozent. Für das Saarland gebe es aufgrund zu geringer Fallzahlen keine Angaben zum Anteil, hieß es.

Geflüchtete Zugewanderte im Schnitt 39 Jahre alt

Von den 3,3 Millionen Menschen, die seit 1950 nach Deutschland kamen und heute noch hier leben, sei ein Drittel (1,2 Millionen) zwischen 2014 und 2021 ins Land gekommen, ein weiteres Drittel (1,1 Millionen) von 2022 bis 2025, teilte das Bundesamt auf Basis von Erstergebnissen des Mikrozensus mit. Weitere 476.000 heute in Deutschland lebende Menschen seien zwischen 1990 und 2000 nach Deutschland geflohen, unter anderem wegen der Kriege auf dem Gebiet des früheren Jugoslawiens. Die geflüchteten Zugewanderten waren 2025 den Angaben nach durchschnittlich 39 Jahre alt, 45 Prozent waren Frauen und 55 Prozent Männer.

Jede vierte der 3,3 Millionen Menschen, die seit 1950 hauptsächlich aus Gründen von Flucht, Asyl und internationalem Schutz nach Deutschland gekommen sind, sei in der Ukraine geboren worden. Gut jede fünfte Person stamme aus Syrien. Damit entfielen auf diese beiden Herkunftsländer knapp die Hälfte aller 2025 in Deutschland lebenden und seit 1950 eingewanderten Geflüchteten.