Die Jüdische Gemeinde Düsseldorf verleiht die Josef-Neuberger-Medaille in diesem Jahr an die nordrhein-westfälische Wirtschaftsministerin Mona Neubaur (Grüne). Auf einem Festakt am 29. Oktober bekommt die stellvertretende Ministerpräsidentin die Auszeichnung für ihr langjähriges Engagement für jüdisches Leben und ihren entschiedenen Einsatz gegen Antisemitismus, wie die Jüdische Gemeinde erklärte. Die Laudatio auf Mona Neubaur hält der Publizist und Jurist Michel Friedman.
Neubaur stehe seit Jahren sichtbar an der Seite der jüdischen Gemeinschaft, hieß es. Insbesondere nach dem 7. Oktober 2023 habe sie regelmäßig an Gedenkveranstaltungen teilgenommen und sich nachdrücklich für die Freilassung der israelischen Geiseln eingesetzt. Sie habe Angehörige empfangen und das persönliche Gespräch gesucht. Auch der persönliche Austausch mit der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf und ihren Gemeindemitgliedern sei Neubaur ein besonderes Anliegen. Darüber hinaus habe die Ministerin immer wieder klar Position bezogen, wenn jüdisches Leben bedroht oder antisemitische und israelfeindliche Positionen sichtbar geworden seien, erklärte die Jüdische Gemeinde.
„Wahre Freundin der Jüdischen Gemeinde“
„Sie steht verlässlich an der Seite der jüdischen Gemeinschaft und setzt sich mit großer Überzeugung dafür ein, dass jüdisches Leben in Nordrhein-Westfalen sicher, sichtbar und selbstverständlich stattfinden kann“, sagte der Vorstandsvorsitzende Oded Horowitz und nannte Neubaur eine „wahre Freundin der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf“.
Josef Neuberger (1902-1977) war nach seiner Emigration in der NS-Zeit 1949 nach Deutschland zurückgekehrt und von 1966 bis 1972 Justizminister in NRW, nachdem er die Schrecken des Holocausts überlebt hatte. Die nach ihm benannte Medaille wird seit 1991 von der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf jedes Jahr vergeben.