Bündnis: Weniger Flüchtlinge, aber humanitäre Lage bleibt schwierig
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UN-Flüchtlingslager im Südsudan
Bonn, Genf (epd).

Zum ersten Mal seit zehn Jahren ist die Zahl der Geflüchteten laut UN-Flüchtlingshilfswerk gesunken. Ende 2025 habe es weltweit 117,8 Millionen Geflüchtete und Vertriebene gegeben, erklärte das UNHCR in Genf. Im Vergleich zum Vorjahr seien das 5,4 Millionen Männer, Frauen und Kinder oder vier Prozent weniger. In seinem Weltflüchtlingsbericht erklärt das UNHCR den Rückgang in erster Linie mit der Heimkehr von 14,7 Millionen Menschen, darunter seien 4,4 Millionen Flüchtlinge und 10,3 Millionen Binnenvertriebene.

Dennoch lebten weiterhin durchschnittlich sieben von zehn Flüchtlingen in „langanhaltenden Vertreibungssituationen“, erklärte das Bündnis „Aktion Deutschland Hilft“ in Bonn. Die große Mehrheit der Menschen suche Schutz nahe der Heimat und oft in den überlasteten Nachbarregionen ihrer Herkunftsländer oder Gemeinden. „Millionen Menschen leben dort über Jahre in provisorischen Unterkünften, ohne verlässlichen Schutz oder Perspektive“, sagte die Hauptgeschäftsführerin des Bündnisses, Maria Rüther. „Dass diese Situation international so wenig Aufmerksamkeit bekommt, ist ein Problem - denn in vielen Regionen ist die Flüchtlingshilfe dramatisch unterfinanziert.“

Genfer Flüchtlingskonvention greift bei Binnenflüchtlingen nicht

Dass es die Mehrheit der Flüchtlinge nicht über die eigene Landesgrenze schafft, habe schwerwiegende Folgen. Denn der international anerkannte Schutz der Genfer Flüchtlingskonvention greift bei Flucht im eigenen Land nicht. Die Betroffenen sind laut dem Hilfsbündnis deshalb schlechter versorgt und weniger gut geschützt vor Gewalt und erneuter Vertreibung.

Laut dem Bündnis gibt es im Sudan den weltweit größten Bedarf an Hilfe. Seit April 2023 tobt ein blutiger Machtkampf in dem Land, der vor allem die Menschen in der umkämpften Region Darfur in die Flucht getrieben hat. Über 30 Millionen Sudanesen sind auf humanitäre Hilfe angewiesen, knapp 4,2 Millionen sind über die Grenze geflohen, viele weitere wurden im eigenen Land vertrieben.