Ein Bündnis von Anti-Atomkraft-Gruppen fordert vom Land Nordrhein-Westfalen Auskunft über Sicherheitslücken und Unstimmigkeiten beim ersten Castor-Transport am 25. März von Jülich nach Ahaus. Entgegen der Ankündigung sei etwa in der vom Bundesverkehrsministerium veröffentlichten Transportstrecke lediglich eine Ausweichroute rund um Mönchengladbach zu erkennen gewesen, heißt es in einem am Mittwoch veröffentlichten offenen Brief an NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst und die Ministerien für Energie, Verkehr und Inneres. Außerdem habe die Polizei den Zugang zu angemeldeten Versammlungen in Jülich und Ahaus sowie die Bewegungsfreiheit von Anwohnern durch hohe Auflagen und weitläufige Sperrungen deutlich eingeschränkt.
Auch seien am 25. März Straßenschäden durch die 30 Tonnen schweren Speziallaster mit hochradioaktivem Atommüll entstanden, hieß es. So sei danach an einem der beiden extra für den Castor-Transport umgebauten Kreisverkehre in Ahaus eine Absenkung festgestellt worden. In dem offenen Brief listen die vier Initiativen aus Jülich, Ahaus und Münster 17 Fragen dazu auf, wie die Vorkehrungen und Sicherheitsstandards künftiger Transporter verbessert werden könnten.
Erste Hinweise auf „Tag X2“ am 21. April
Die Atomkraft-Gegner erwarten den zweiten Castor-Transport von Jülich nach Ahaus schon in der kommenden Woche. Ersten Hinweisen zufolge solle er am 21. April stattfinden, erklärten sie und kündigten für den „Tag X2“ Proteste an, darunter ab 18 Uhr eine Kundgebung vor dem Forschungszentrum Jülich und ab 19.30 Uhr eine symbolische Sitzblockade an der Transportstrecke in Ahaus. In dem Brief an Wüst und die Ministerien unterstreichen sie ihr Demonstrationsrecht und fordern, dass es bei den weiteren Castor-Transporten keine Einschränkungen der Bewegungsfreiheit geben dürfe.
Das Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung hatte im vergangenen Jahr die Genehmigung für den Transport von 152 Atommüll-Behältern mit rund 300.000 Brennelement-Kugeln von Jülich nach Ahaus erteilt. Grund dafür ist, dass die Betriebserlaubnis für die Lagerstätte in Jülich seit Jahren ausgelaufen ist. Der erste Transport am 25. März nach Ahaus verlief laut NRW-Innenminsterium ohne Zwischenfälle. Das Lager in der münsterländischen Stadt ist ebenfalls lediglich ein Zwischenlager.