Die Justiz in Baden-Württemberg kämpft mit einer hohen Zahl an Studienabbrechern bei angehenden Rechtspflegern. In den Einstellungsjahren 2022 und 2024 hat mehr als jeder dritte Studierende die Ausbildung vorzeitig beendet, wie aus einer veröffentlichten Stellungnahme des Justizministeriums auf eine Anfrage der FDP-Landtagsfraktion hervorgeht. Die Abbrecherquote lag jeweils bei 35 Prozent.
Als häufigste Gründe für das vorzeitige Ausscheiden werden mangelnde fachliche Leistungen und falsche Vorstellungen von Studium und Beruf genannt. Die meisten Studierenden verlassen die Hochschule für Rechtspflege innerhalb des ersten Jahres. Das Ministerium betrachtet dies als Teil einer sorgfältigen Auswahl während des Studiums.
Weiterhin hohe Bewerberzahlen
Gleichzeitig ist die Zahl der Bewerber für den Studiengang leicht gestiegen. Im Jahr 2025 bewarben sich 739 Personen auf 170 angebotene Studienplätze. Im Jahr davor waren es 721 Bewerber auf 167 Plätze gewesen. Die Zahl der erfolgreichen Absolventen ist hingegen gesunken. Im Jahr 2025 schlossen 92 Studierende das Studium ab, verglichen mit 118 im Vorjahr. Nach Angaben des Ministeriums werden fast alle Absolventen in den Landesdienst übernommen. Derzeit sind in Baden-Württemberg 2.082 Rechtspfleger tätig.