Zwei neue Fledermausarten in Thüringen
Jena (epd).

In Thüringen sind zwei weitere Fledermausarten nachgewiesen worden. Damit gebe es im Freistaat aktuell 22 Fledermausarten, sagte Martin Biedermann vom Naturschutzbund Thüringen (Nabu) dem Evangelischen Pressedienst (epd) am Donnerstag in Jena. Als seit Jahrzehnten ausgestorben im Freistaat gelte demgegenüber die Große Hufeisennase.

Neu hinzugekommen sind laut Biedermann die Alpenfledermaus, die unter anderem in Erfurt und Hermsdorf nachgewiesen wurde, sowie die Weißrandfledermaus, die aus südlichen Regionen eingewandert ist. Für sie gebe es akustische Nachweise aus der Rhön. Die Alpenfledermaus ist eine wärmeliebende Art, die ursprünglich vor allem im Mittelmeerraum verbreitet war. Die Weißrandfledermaus kommt ebenfalls vorwiegend in wärmeren Regionen Europas vor und breitet sich nach Norden aus.

Klimawandel macht den Fledermäusen zu schaffen

Generell setze die zunehmende Hitze den Fledermäusen zu, sagte Biedermann. Unter Dächern könnten Temperaturen von mehr als 50 Grad Celsius erreicht werden. Es sei beobachtet worden, dass sich die eigentlich nachtaktiven Tiere bei großer Hitze tagsüber in kühlere Bereiche zurückziehen. Der Klimawandel könne damit für Fledermäuse in ihren Quartieren zu einer zusätzlichen Belastung werden.

Nach Angaben des Nabu sind in Thüringen 19 der 22 Arten auf der Roten Liste des Freistaats verzeichnet. Auf die Situation der Fledermäuse in Thüringen soll ab Freitag die Veranstaltungsreihe der Internationalen Fledermausnacht, der sogenannten Batnight, hinweisen. Hierzu sind Veranstaltungen unter anderem in Gotha, Arnstadt, Schalkau, Erfurt, Gräfenthal und Bad Liebenstein geplant.