Wildkatzenbestand in Thüringen wächst
Hütscheroda (epd).

In Thüringen leben nach Einschätzung von Naturschützern aktuell rund 600 bis 800 Wildkatzen. Der Bestand habe sich in den vergangenen drei Jahrzehnten deutlich erholt, teilte das Projekt „Rettungsnetz Wildkatze“ am Montag in Hütscheroda (Wartburgkreis) auf Anfrage des Evangelischen Pressedienstes (epd) mit. Dennoch gelte die Art wegen weiterhin isolierter Teilpopulationen langfristig noch nicht als dauerhaft gesichert.

Im Hainich leben den Angaben zufolge wie bereits zur Gründung des Nationalparks Hainich vor rund 30 Jahren schätzungsweise 60 bis 80 erwachsene Wildkatzen. Problematisch sei weniger die Bestandsgröße als die Isolation des Waldgebietes. Um die Lebensräume zu vernetzen, seien in Thüringen seit Projektbeginn vor rund zwei Jahrzehnten Waldkorridore mit einer Gesamtlänge von rund 200 Kilometern geschaffen. Dafür wurden auf etwa 25 Hektar rund 70.000 Bäume und Sträucher gepflanzt.

Familienfest zum Tag der Katze

Schwerpunkte der Aufforstungen liegen auf den Verbindungen vom Hainich zu den Hörselbergen und dem Thüringer Wald sowie zwischen Südharz, Hoher Schrecke und Hainleite. Nach Angaben des Projekts belegen Lockstock-Untersuchungen und ein umfassendes Monitoring, dass Wildkatzen die Korridore nutzen und inzwischen wieder in der Rhön sowie in Ostthüringen nachgewiesen wurden.

Auf die Europäische Wildkatze macht am Samstag auch ein Familienfest im Wildkatzendorf Hütscheroda aufmerksam. Anlass der ganztägigen Veranstaltung ist der „Internationale Tag der Katze“. Schaufütterungen von Wildkatzen und Luchsen, Familienwanderungen sowie Mitmachangebote stehen auf dem Programm.