Die weltgrößte Brutkolonie der Adeliepinguine auf den Danger Islands in der Antarktis hat weiteren Zuwachs bekommen. Nach Auswertung von Drohnenbildern der jüngsten Forschungsreise von Mitarbeitenden des Umweltbundesamtes wuchs der Bestand innerhalb von zehn Jahren um elf Prozent auf 850.000 Brutpaare an, sagte der Antarktisforscher und Ornithologe Fritz Hertel in Dessau-Roßlau dem Evangelischen Pressedienst (epd).
Das in Dessau-Roßlau ansässige Umweltbundesamt ist seit 2024 für den Schutz der sieben kleinen Inseln südlich von Feuerland zuständig. Da die etwa 70 Zentimeter langen Pinguine erst mit etwa fünf Jahren fortpflanzungsfähig werden, dürften etwa 2,5 Millionen erwachsene Vögel dieser Art auf der Inselgruppe leben.
Vergangene Brutsaison wohl erfolglos
Hertel und weitere Forscher waren Ende 2025 mit einem Segelboot auf Expedition im Südpolarmeer, um die Brutkolonien mit Kameradrohnen zu erfassen. Dabei wurden auch 18 Tiere mit Sendern ausgerüstet, um festzustellen, wo sie auf Futtersuche gehen. Dieses Wissen sei elementar, um über einen geeigneten Schutz der Meeresgebiete zu entscheiden.
Der Ornithologe Hertel sagte: „Wir gehen davon aus, dass die letzte Brutsaison eine extrem erfolglose für die Pinguine war.“ Es habe ungewöhnlich viel Meereis gegeben. Das habe offenbar viele nahrungssuchende Alttiere veranlasst, viele Wochen auf Nahrungssuche unterwegs zu sein. Darauf deuteten die Trackingdaten der Pinguine mit Sender hin. So blieb dem zweiten Partner nichts anderes übrig, als das Nest zur Nahrungssuche zu verlassen: „Ei und Küken überleben das vielfach jedoch nicht.“