In Deutschland brüten nach Beobachtungen des Naturschutzbundes (Nabu) aktuell so viele Weißstörche wie noch nie seit Beginn der systematischen Aufzeichnungen. In der aktuellen Saison gebe es bundesweit mehr als 15.000 Brutpaare, teilte der Nabu am Montag in Berlin mit. Selbst vor hundert Jahren seien die Zahlen nicht so hoch gewesen, sagte Bernd Petri von der Nabu-Bundesarbeitsgruppe Weißstorch.
Petri sprach von einem jetzt guten Erhaltungszustand dieser Art. Dabei habe der Weißstorch lange Zeit als Sorgenfall gegolten. In den 1980ern war der Bestand in beiden deutschen Staaten unter 3.000 Paare gesunken. In vielen Regionen gab es gar keine Weißstörche mehr. Verantwortlich dafür waren laut Experten vor allem Nahrungsmangel durch intensivierte Landwirtschaft und Trockenlegungen sowie Gefahren auf den Zugwegen. Gezielte Schutzmaßnahmen hätten eine Trendwende geschafft.
Mehr West- als Ostzieher
Bei den Weißstörchen werden Ost- und Westzieher unterschieden. Erstere ziehen im Winter über den Balkan und den Nahen Osten nach Afrika. Westzieher fliegen dagegen nur noch bis Spanien. Die verkürzte Zugstrecke sei ein großer Vorteil, erklärte der Nabu. Die Überlebensrate steige, Westzieher kämen früh und fit zurück. Waren vor 30 Jahren noch drei Viertel der hiesigen Störche Ostzieher, ist das Verhältnis heute umgekehrt.
Heute brüte der Weißstorch in allen 16 Bundesländern. Die storchenreichsten Regionen seien heute Niedersachsen und Baden-Württemberg. Die größte Storchendichte habe Hessen.