Trockengelegtes Moor nach einem Jahrhundert wieder vernässt
Oberhof (epd).

Im Thüringer Wald haben die Naturstiftung David und der Bergwaldprojekt e.V. gemeinsam mit 34 Freiwilligen Entwässerungsgräben in einem Moor am Schmücker Graben verschlossen. Die Arbeiten unterhalb des Schneekopfes sollen dazu beitragen, das rund 2,8 Hektar große Moor wieder zu vernässen, teilte der Umweltverband am Montag in Erfurt mit.

In den vergangenen zwei Wochen errichteten die Helferinnen und Helfer den Angaben zufolge 17 Sperrbauwerke aus Holzbohlen und verfüllten die Gräben anschließend mit Sägemehl, Holzhackschnitzeln und Erde. Die Arbeiten seien vollständig von Hand erfolgt, um den empfindlichen Moorkörper zu schonen. Die Sperren sollen Wasser zurückhalten und den Wasserstand in dem Moor anheben.

Das Moor war laut eines Stiftungssprechers seit mehr als 100 Jahre durch Entwässerungsgräben und unterirdische Brunnenanlagen trockengelegt worden. Zusätzlich habe ein seit den 1950er-Jahren dichter Fichtenbestand dem Boden Wasser entzogen. Der landeseigene Thüringenforst habe den Fichtenbestand im Herbst 2025 aufgelichtet. Langfristig soll im Schmücker Graben wieder ein Moorwald entstehen.

Bis zu 75 Moore sollen langfristig renaturiert werden

Von der Wiedervernässung sollen laut Stiftung typische Moorpflanzen wie Torfmoose und spezialisierte Tierarten profitieren. Intakte Moore könnten Wasser speichern, den Abfluss bei Starkregen bremsen und Kohlenstoff im Torf binden.

Die Arbeiten sind Teil des Naturschutzgroßprojekts „Bäche, Moore und Bergwiesen im Thüringer Wald“ der Naturstiftung David. Im Rahmen des bis 2035 laufenden Projekts werden im Unesco-Biosphärenreservat Thüringer Wald bis zu 75 Waldmoore renaturiert.