Sachsen-Anhalt soll seine Energieversorgung grundlegend umbauen, um den steigenden Strombedarf zu decken und bis 2045 klimaneutral zu werden. Dafür wäre es notwendig, Windkraft und Photovoltaik auszubauen sowie Stromnetze und Speicher zu erweitern, wie aus einem am Montag in Magdeburg veröffentlichten Papier des Energieministeriums hervorgeht.
Windkraft, Photovoltaik und Bioenergie decken den Angaben zufolge mit rund 30 Terawattstunden mehr als ein Viertel des gesamten Energiebedarfs in Sachsen-Anhalt. Beim Strom stammen bereits heute knapp zwei Drittel der erzeugten Menge aus erneuerbaren Quellen. Rund 26.000 Menschen arbeiten in der Branche.
Braunkohleverstromung muss bis 2034 ersetzt werden
Gleichzeitig sind Verkehr, Gebäude und Industrie laut Analyse weiterhin stark von fossilen Energieträgern abhängig. Die heimische Braunkohle liefere derzeit rund 15 Terawattstunden und müsse spätestens bis Ende 2034 im Zuge des Kohleausstiegs ersetzt werden.
Bis 2045 könnte sich laut Ministerium die installierte Windkraftleistung von aktuell 5,7 Gigawatt etwa verdoppeln. Die Leistung der Photovoltaikanlagen soll sich von derzeit 6,3 Gigawatt mindestens verdreifachen. Der Ausbau soll möglichst auf bereits genutzten Flächen erfolgen. Als Gründe für den steigenden Strombedarf nennt das Papier unter anderem Elektromobilität, Wärmepumpen und die Elektrifizierung der Industrie.
Das Papier „Energiesystem Sachsen-Anhalt“ soll als Grundlage für die weitere energiepolitische Debatte dienen. Die darin beschriebenen Szenarien sollen zeigen, wie Versorgungssicherheit, Bezahlbarkeit und Klimaneutralität miteinander verbunden werden können.