Sachsen-Anhalt sieht sich beim Hochwasserschutz auf einem guten Weg. Während 2002 lediglich fünf Prozent der Deiche im Land standsicher waren, seien mittlerweile 75 Prozent der insgesamt 1.284 Kilometer Deiche auf dem Stand der Technik, teilte das Umweltministerium am Donnerstag in Magdeburg mit.
Minister Armin Willingmann (SPD) sagte bei der Freigabe weiterer drei Kilometer sanierten Deiches in Schönebeck an der Elbe: „Jeder erfolgreich sanierte Deich ist eine gute Nachricht für die Menschen in Sachsen-Anhalt.“
Seit den „Jahrhundert-Hochwassern“ 2002 und 2013 habe Sachsen-Anhalt massiv in den Hochwasserschutz investiert. Insgesamt seien seitdem 1,5 Milliarden Euro in mehr als 2.050 Hochwasserschutzprojekte geflossen. Den „Härtetest“ hätten die Schutzanlagen beim landesweiten Winterhochwasser 2023/2024 bestanden und standgehalten, sagte der Minister.
Flutpolder und Deichrückverlegungen helfen
Neben dem Deichbau werden den Flüssen aber auch Teile ihrer natürlichen Überflutungsgebiete zurückgegeben. Durch die Rückverlegung von Deichen entstanden mittlerweile 1.768 Hektar sogenannter Retentionsflächen, hieß es. Allein im Lödderitzer Forst nahe Aken wurden dadurch an der Elbe rund 600 Hektar Überflutungsflächen zurückgewonnen.
Willingmann hatte bereits am Mittwoch den ersten Spatenstich am künftigen Flutpolder Rösa nahe Bitterfeld-Wolfen gesetzt. Dort sollen weitere 520 Hektar mögliche Überflutungsflächen entstehen: „Wir halten uns nicht mit ideologischen Debatten über die Existenz des Klimawandels auf, sondern tun, was für den Schutz der Bürgerinnen und Bürger erforderlich ist.“