Wegen des weiter sinkenden Wasserstandes in der Spree ist in Brandenburg die zweite Phase eines Notfallplans gestartet. Da Mindestabflüsse nicht gehalten werden könnten und Wasserreserven im mittleren Spreegebiet fehlten, seien weitere Maßnahmen zur Stabilisierung des Flusses nötig, teilte Brandenburgs Umweltministerium am Dienstag mit. Phase zwei des Niedrigwasserbewirtschaftungskonzeptes umfasst den Angaben nach das Schließen von Schleusen, ein schrittweises Absenken der Wasserstände in Staugürteln und die Vorbereitung eines Verbots von Oberflächenwasserentnahmen aus der Spree.
Ziel der Maßnahmen sei, den Abfluss an der Messstelle Leibsch Unterpegel zwischen 2,0 bis 2,5 Kubikmeter Wasser pro Sekunde zu halten, hieß es. Aktuell flössen hier nur noch 1,4 Kubikmeter pro Sekunde (Stand: 17. August). Der eigentliche Mindestpegel von 4,5 Kubikmetern pro Sekunde werde bereits seit Ende Mai unterschritten und sei seither stetig weiter zurückgegangen.
Phase eins schon seit Ende Mai in Kraft
Das Umweltministerium führt die anhaltend niedrigen Pegelstände auf die hohen Temperaturen und ausbleibenden Regen zurück. Im oberen Einzugsgebiet der Spree seien mitunter nur 70 Prozent der für den Jahreszeitraum typischen Niederschlagsmenge gemessen worden. Die Arbeitsgruppe Niedrigwasserbewirtschaftung entschied daher am Montag unter anderem die Schließung der Schleusen Krausnicker Strom, Groß Wasserburg und Beginn Dahme-Umflut-Kanal. Das Gremium hatte bereits Ende Mai die erste Phase des Notfallplans in Kraft gesetzt.