Forscher mahnt zu Wiedervernässung von Mooren
Berlin (epd).

Der Wissenschaftler Gerald Jurasinski mahnt zur Renaturierung trockengelegter Moorflächen. „Deutschlandweit haben wir 98 Prozent der Moore entwässert“, sagte der Professor für Moorforschung an der Universität Greifswald am Dienstag im RBB-Inforadio. Das geschehe oft, um die Flächen forst- oder landwirtschaftlich nutzbar zu machen. Auch wenn es nicht brenne, entwichen große Mengen an CO2 aus diesen trockengelegten Gebieten, sagte Jurasinski.

Der Wissenschaftler forderte stärkere Bemühungen zur Wiedervernässung. „Da gibt es eine Moorschutzstrategie der Bundesregierung und es gibt auch Programme, aber wir kommen viel zu langsam voran, die Moore wieder nasser zu machen“, sagte er. Durch die Trockenlegung von Mooren könnten diese auch ihre Funktion als Zwischenspeicher für Wasser in Landschaften nicht mehr erfüllen.

Nabu warnt vor Brandgefahr

Auch der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) warnt vor der Brandgefahr bei trockengelegten Mooren. Am Montagabend mussten wegen Moor- und Waldbränden im Hohen Venn an der belgisch-deutschen Grenze mehrere Straßenzüge im nordrhein-westfälischen Monschau evakuiert werden. Nabu-Präsident Jörg-Andreas Krüger erklärte am Dienstag: „Das aktuelle Feuer zeigt, wie dringend wir handeln müssen. Wir brauchen mehr Tempo bei der Wiedervernässung entwässerter Moore.“

Deshalb begrüße der Nabu den Vorschlag, Klimaanpassung und Naturschutz als Gemeinschaftsaufgabe im Grundgesetz zu verankern. In Deutschland gibt es laut Nabu-Angaben rund 1,5 Millionen Hektar Moore. Zu den moorreichen Bundesländern zählt unter anderem Brandenburg mit rund 200.000 Hektar.