Für den Naturschutzbund Deutschland (Nabu) ist die Aufnahme des Wolfs in das Bundesjagdgesetz nicht die Lösung für ein Zusammenleben von Mensch, Weidetieren und Wölfen. Zum Tag des Wolfs am Donnerstag teilte der Bund am Mittwoch in Berlin mit, dass die Jagd-Debatte einseitig sei und neue Probleme schaffe.
Anfang April sei die Aufnahme des Wolfs in das Bundesjagdgesetz in Kraft getreten, einige Bundesländer haben die Regelung bereits ins Landesrecht überführt, so etwa Sachsen-Anhalt. Der Nabu appellierte an die Länder, nicht in die „reguläre Bejagung“ einzusteigen.
„Rückfall in einen ungünstigen Erhaltungszustand“
Die Wolfsexpertin des Nabu, Marie Neuwald, warnte vor einem Flickenteppich mit unkoordinierter Jagd, der zu einem „Rückfall in einen ungünstigen Erhaltungszustand“ des Wolfs führen könnte. Damit dies nicht passiere, würden länderübergreifende Konzepte benötigt, die zur Sicherung des Wolfs beitragen.
Mehr Wölfe, weniger gerissene Weidetiere
Ein weitverbreiteter Irrtum sei, dass die Zahlen von gerissenen Weidetieren in Deutschland steigen würden. Richtig seien jedoch sinkende Risszahlen seit 2023 bei gleichzeitig mehr Wölfen, erklärte der Nabu bei einem „Faktencheck“ zum Thema Wolf. Grund dafür sei der verbesserte Herdenschutz, etwa durch Stromzäune. „Bejagung darf nicht als Ersatz oder Erleichterung für Herdenschutz verkauft werden“, sagte Neuwald. Entscheidend sei die verlässliche Unterstützung und Beratung von Weidetierhaltern.