Naturschützer: Dichtes Netz an Waldwegen begünstigt Brände
Jena (epd).

Der Naturschutzbund Thüringen (Nabu) sieht im dichten Bestand an Waldwegen im Freistaat eine grundsätzliche Waldbrandgefahr. Entlang dieses Wegenetzes seien häufig Gräben angelegt worden, die zur Entwässerung des Waldes führen, sagte ein Sprecher am Mittwoch in Jena. Sie entzögen den Böden Wasser und verschärften die Trockenheit in den Wäldern zusätzlich.

Die meisten Wege seien mit Lastwagen befahrbar. Doch der Verkehr im Wald und der Einsatz der schweren Erntemaschinen führten zu einer Bodenverdichtung. Wo aber Wasser nicht mehr versickern könne, fließe es einfach ab.

Ein zusätzliches Problem ist laut dem Nabu-Sprecher die durch den Wegebau entstandene Auflichtung der Wälder. Dies habe weniger Vegetation und höhere Temperaturen im Wald zur Folge.

Damit stabile und trockenheitsresistente Wälder wachsen können, brauche es jeden Tropfen Wasser im Forst, so der Nabu. Deshalb sei es wichtig, das Wasser nicht über Gräben abzuleiten, sondern in den Wald hinein, damit es großflächig versickern könne. Dies diene dann auch dem Brandschutz.

Aus Sicht der Naturschützer sollten besonders in Gebieten mit Fichtenmonokulturen weitläufige Vernässungszonen geschaffen werden. Das könne auch den Rückbau von befahrbaren Waldwegen und von Entwässerungssystemen einschließen.

Laut der landeseigenen Thüringenforst gibt es derzeit rund 11.100 Kilometer Waldwege im Freistaat. Gerade bei Löschaktionen von Waldbränden oder bei Sanierungsarbeiten nach einem Borkenkäferbefall brauche es solide Waldwege und ein gut ausgebautes Wegenetz, erklärte das Landesunternehmen.