Die häufiger auftretenden Waldbrände belasten nach Einschätzung der Vorständin der Brandenburger Wildnisstiftung immer stärker die Regenerationsfähigkeit der Natur. Die betroffenen Flächen erholten sich zwar wieder, aber jedes Mal werde dieser natürliche Prozess etwas langsamer, sagte die Forstwissenschaftlerin Antje Wurz am Montag in „Radioeins“ vom Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB): „Das beobachten wir sehr aufmerksam.“
Seit Freitag stehen auf einem ehemaligen Truppenübungsplatz bei Jüterbog (Kreis Teltow-Fläming) mehr als 100 Hektar Wald in Flammen. Die Feuerwehr lässt das Feuer in dem munitionsbelasteten Naturschutzgebiet kontrolliert abbrennen und löscht ausschließlich von 50 Meter breiten, vegetationsfreien Waldbrandschutzstreifen aus, um keine Einsatzkräfte zu gefährden. Die Eigentümerin der betroffenen Flächen ist die Brandenburger Wildnisstiftung.
Flächen verarmen durch häufige Brände
Es sei leider nicht der erste Brand auf diesem Areal, sagte die Stiftungschefin: „Und wir beobachten sehr aufmerksam, dass sich die Flächen langsamer wieder mit Pflanzen besiedeln.“ Durch die abgebrannte Humusschicht entstehe Asche, die sich aber auf Brandenburger Sandböden sehr schnell wieder auswasche: „Das heißt, die Flächen verarmen über die Zeit von Nährstoffen.“ Durch den Klimawandel werde es häufiger zu Bränden kommen. „Wir müssen schauen, was dadurch passiert“, sagte Wurz.
Die Wildnisstiftung wurde im Jahr 2000 zum Erhalt wilder Naturlandschaften gegründet. Sie besitzt und verwaltet auf den ehemaligen Truppenübungsplätzen Jüterbog, Heidehof, Lieberose und Tangersdorf Flächen von rund 15.150 Hektar.