Mehr als 30 Wildbienenarten nach Brandenburg eingewandert
Luckau, Duderstadt (epd).

31 Wildbienenarten sind in den vergangenen 25 Jahren nach Brandenburg eingewandert. Einschließlich der als ausgestorben geltenden Arten seien damit nun 413 Wildbienenarten aus dem Bundesland bekannt, teilte die Heinz Sielmann Stiftung am Mittwoch in Duderstadt mit. Zuletzt sei in der Bergbaufolgelandschaft Wanninchen bei Luckau die Gestutzte Fleckenbiene neu nachgewiesen worden.

Die Art, die andere Bienenarten als Wirtstiere für ihren Nachwuchs nutze, gelte in Deutschland noch als Rarität, hieß es. Ihr ursprüngliches Verbreitungsgebiet reiche vom Mittelmeerraum bis nach Zentralasien. Der erste Nachweis in Deutschland 2019 stamme aus der Nähe von Weißwasser in Sachsen. Der bislang einzige bestätigte Fund aus Brandenburg von 2021 stamme aus dem Nationalpark Unteres Odertal.

Brutparasit frisst Pollenvorrat

Der Fund der Gestutzten Fleckenbiene in der Niederlausitz belege eine hohe Dynamik in der Entwicklung der Wildbienenpopulationen in Brandenburg, hieß es weiter. Unterstützt durch den Klimawandel und die Ausbreitung verschiedener Blumenarten niste dort inzwischen die Flockenblumen-Langhornbiene in großen Kolonien mit bis zu 1.000 Tieren. Davon profitiere die Fleckenbiene als Brutparasit der Langhornbiene.

Sie lege als „Kuckucksbiene“ ihre Eier in die Brutzellen der Langhornbiene, hieß es. Die Larve der Fleckenbiene schlüpfe früher als die der Wirtin und fresse als Parasit deren Pollenproviant auf. Fast jede vierte in Deutschland vorkommende Wildbienenart gehe so vor. Die parasitische Lebensweise sei in der Natur ein bewährtes Konzept, betonte die Stiftung.