Der Berliner Senat erachtet die Errichtung von Höhenwindrädern mit 300 Metern Höhe und mehr auf dem Gebiet der Hauptstadt für unwahrscheinlich. Es sei bereits herausfordernd, Standorte für klassische Windenergieanlagen mit geringerer Höhe zu finden, erklärte Wirtschaftsstaatssekretär Severin Fischer (SPD) in einer am Mittwoch veröffentlichten Antwort auf eine Anfrage der Grünen-Fraktion im Abgeordnetenhaus.
So gebe es in der Stadt zahlreiche Flächennutzungskonkurrenzen. Unter anderem müsse bei klassischen Anlagen ein Mindeststandabstand von 500 Metern zu Wohnsiedlungen eingehalten werden. Fischer geht davon aus, „dass bei sehr hohen Windenergieanlagen ein entsprechend größerer Mindestabstand anzusetzen ist“. Dies reduziere die Wahrscheinlichkeit deutlich, geeignete Standorte für Höhenwindenergieanlagen zu identifizieren. Zudem bräuchten diese Anlagen mehr Grundfläche. Dennoch werde sich der Senat über das kürzlich in Betrieb genommene Pilotprojekt Höhenwindturm in Schipkau in der Lausitz weiter informieren. Die Anlage hat eine Gesamthöhe von rund 365 Metern.
Berliner Windräder drehen sich auch in Brandenburg
Laut Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe gibt es aktuell sechs Windenergieanlagen in Berlin, alle im nördlichen Stadtteil Pankow, mit einer Nabenhöhe zwischen 128 und 160 Metern. Hinzu kommen 43 Anlagen in Brandenburg auf Flächen der Berliner Stadtgüter. Zudem stehen am Klärwerkstandort der Berliner Wasserbetriebe in Schönerlinde (Kreis Barnim) drei Windenergieanlagen.