Deutsche Umwelthilfe fordert Lebensmittel-Mehrwegquote
Berlin (epd).

Die Deutsche Umwelthilfe hat eine verbindliche Mehrwegquote für vorverpackte Lebensmittel im Verpackungsgesetz gefordert. Eine Studie zeige, dass in neun Produktkategorien jährlich 18 Milliarden Einweg-Verpackungen anfallen, erklärte der Umweltverband am Mittwoch in Berlin. Diese verursachten 1,3 Millionen Tonnen Verpackungsmüll. Derzeit hätten Supermarkt-Kunden oft gar nicht die Möglichkeit, sich für Mehrwegprodukte zu entscheiden, bemängelte Bundesgeschäftsführerin Barbara Metz.

Rund 710.000 Tonnen Verpackungsmüll könnten durch Mehrwegsysteme bei Wein, Essig, Öl sowie Obst- und Gemüsekonserven jährlich vermieden werden. Dies entspreche etwa 35.500 voll beladenen Müllwagen.

Einfache Rückgabe ist wichtig

Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) habe „die Chance“ für eine verbindliche Mehrwegquote „im neuen Verpackungsrecht-Durchführungsgesetz verstreichen lassen“, kritisierte Metz. Der Geschäftsführer des Mehrwegverbands Deutschland, Mathias Gerspacher, sprach sich für „offene und gemanagte Mehrweg-Poolsysteme“ aus, die gemeinsam von mehreren Händlern und Abfüllern genutzt werden könnten. Dazu sei eine „einfache Rückgabe über bestehende Leergutautomaten“ wichtig.

Die Studie wurde von der Gesellschaft für Verpackungsmarktforschung im Auftrag unter anderem der Umwelthilfe durchgeführt. Dabei seien die Kategorien Öl, Essig, Brotaufstriche, Obst- sowie Gemüsekonserven, Kaffee und Kakao, Milchprodukte, Wein und Babynahrung untersucht worden.