CO2-Zertifikate könnten laut der Brandenburger Forstwissenschaftlerin Antje Wurz bei der Finanzierung des Waldumbaus in „zukunftssichere, klimaresiliente Wälder“ helfen. „Die Hoffnung ist, dass diese Zertifikate in Zeiten knapper öffentlicher Mittel zusätzliche finanzielle Mittel bereitstellen“, sagte das Vorstandsmitglied der Stiftung Naturlandschaften Brandenburg am Dienstag im RBB-Inforadio.
Gleichzeitig sei es wichtig, dass die Zertifikate „so ausgestaltet sind, dass sich Käufer mit dem Erwerb dieser Zertifikate eben nicht ihre eigene Weste reinwaschen können und echte eigene Anstrengungen unterlassen“. Wurz mahnte dazu, auch „in eigenen Produktionsprozessen“ den Ausstoß von Kohlenstoffdioxid zu vermindern.
Vorwurf des „Greenwashings“
Der Vorwurf dieses „Greenwashings“ wird insbesondere bei privaten CO2-Zertifikaten vorgebracht. Etwa bei Flügen können Kundinnen und Kunden freiwillig CO2-Zertifikate dazubuchen. Unternehmen kaufen CO2-Zertifkate von Händlern und arbeiten mit Projekten zusammen, die etwa eine Aufforstung von Regenwald versprechen.
Innerhalb der EU besteht seit 2005 der Emissionsrechtehandel (ETS), an dem sich alle 27 EU-Länder sowie Liechtenstein, Island und Norwegen beteiligen. Betreiber einer Anlage müssen für jede Tonne CO2 ein gültiges ETS-Zertifikat vorweisen, zu Jahresbeginn werden bestimmte Kontingente zugeteilt. Wird der CO2-Ausstoß überschritten, müssen Zertifikate im Emissionsrechtehandel zugekauft werden.