Der Unterrichtsausfall an Thüringer Schulen ist weiter gesunken. Wie aus der am Mittwoch vom Bildungsministerium in Erfurt veröffentlichten Frühjahrserhebung zur Unterrichtserfüllung hervorgeht, lag der ersatzlose Ausfall an allgemeinbildenden Schulen Mitte März bei 9,1 Prozent nach elf Prozent im Vorjahr. An berufsbildenden Schulen habe sich der Anteil von 9,9 auf 8,7 Prozent verringert.
Bildungsminister Christian Tischner (CDU) wertete die Entwicklung als Erfolg verbesserter Einstellungsverfahren und Personalsteuerung. Der positive Trend habe sich über das gesamte Schuljahr bestätigt. Ein sonst üblicher Anstieg zwischen Herbst und Frühjahr sei ausgeblieben.
Ältere Lehrer länger halten
Erstmals seit Jahren liegt der Unterrichtsausfall in einem Schuljahr damit durchgehend im einstelligen Prozentbereich. Bereits im Herbst hatte er bei 9,2 Prozent gelegen. Auch der Anteil der Unterrichtsvertretungen ging nach Ministeriumsangaben zurück. In den vergangenen Schuljahren waren die Werte im Frühjahr meist höher ausgefallen, 2022 sogar auf bis zu 11,9 Prozent gestiegen.
Zur weiteren Stabilisierung setzt das Land auf eine verbesserte Personalsteuerung. Im Zentrum stehe ein freiwilliges Arbeitszeitmodell, mit dem Lehrkräfte zusätzliche Stunden ansparen könnten. Zudem sollen ältere Pädagogen länger im Dienst gehalten und zusätzliche Kapazitäten gewonnen werden. Ergänzend sind schnellere Einstellungen, ein flexiblerer Einsatz von Lehrkräften sowie neue Lehramtsstudiengänge geplant. Auch der Abbau von Bürokratie und digitale Unterstützung im Schulalltag sollen zur Entlastung beitragen.